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		<title>Marenas Musenstübchen - DesignBlog</title>
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		<description>Marenas Musenstübchen:
Kindergeschichten, Bücher, Hörbuch, Erzählungen,Fabeln, Märchen, Tiergeschichten, Kurzgeschichten.
Roman, Safari der Gefühle,Eine karitative Reise nach Mombasa entpuppt sich, für die junge Stewardess Jenny, als große Herausforderung.
Hörbuch und Kinderbuch: Das kleine Schäfchen-Wölkchen, bringt spielend den Kindern alles wisssenswertes, über das Wetter, bei.
Eine ungewöhnliche Reise, Spaßige Kurzgeschichte
Dufte Äpfel, spannender Krimi,</description>
		<copyright>Copyright 2010 - Marena Stumpf</copyright>
		<pubDate>Sat, 27 Nov 2010  19:53:55  +0100</pubDate>
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				<title>Die quaelende Frage</title>
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				<pubDate>Sun, 05 Sep 2010  18:48:00  +0100</pubDate>
				<category>Weihnachtsstübchen</category>		
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				<description><![CDATA[<p>         <img width="375" height="309" style="WIDTH: 375px; HEIGHT: 309px" src="/images/kunde/Weihnachtsbilder/M_A_001.jpg" border="0" complete="true" complete="true" /></p><p /><p><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-FAMILY: "></span></p><p /><p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 10pt"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-FAMILY: ">Dienstags besuchten Marc und Amanda meistens ihre Oma Marena, die sie liebevoll Ami nannten. Sie konnten es dieses Mal kaum abwarten, denn sie hatten richtigen Kummer und mussten ihn loswerden. Kaum saßen sie im Auto, da erzählten die Kinder ganz empört, was ihr Papa am Vorabend zu ihnen gesagt hatte: „Für einen Adventkalender seid ihr schon viel zu groß!“ Das empfanden die Siebenjährige und der Achtjährige überhaupt nicht so und wollten sofort<span style="mso-spacerun: yes">  </span>Amis ehrliche Meinung dazu hören. Sie hatte für ihre Lieblinge immer ein offenes Ohr. Kaum waren die drei zuhause angekommen, da setzte sich die Großmutter an den Computer und schrieb schnell eine E-mail an den „Nikolaus“.</span></p><p /><p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 10pt"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-FAMILY: ">Einige Tage später meldete sich der „Nikolaus“ per Internet und antwortete, dass sich dieses Jahr so viele Kinder einen Kalender wünschten und er mit der Produktion nicht hinterher käme. Da die beiden aber das ganze Jahr in der Schule fleißig waren, würde er diese Angelegenheit zur „Chefsache“ erklären und zusehen, was er für sie tun könne. Die Geschwister warteten gespannt ab, keine weiteren Nachrichten folgten und man harrte der Dinge, die kommen sollten.</span></p><p /><p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 10pt"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-FAMILY: ">Endlich, am 30.11. war es so weit. Eilig lieferte der Nikolaus zwei Kalender vor der Haustür der Familie Keller ab und verschwand. Marc und Amanda waren begeistert, dass alles wie am Schnürchen klappte. Am 1. Dezember öffneten die Geschwister das erste Türchen, doch was war das? Eine große Tüte rutschte Marc entgegen und er freute sich riesig und hoffte, dass es nun jeden Tag so weiter ginge. Seine Mama ahnte fast das Malheur und zog ihrem Sohn den Kalender fort. Und richtig, der Nikolaus hatte vergessen die<span style="mso-spacerun: yes">  </span>Playmobil-Kalender zusammenzubauen. Na ja, Pannen passierten überall und so nahmen die Kinder es dem Nikolaus nicht<span style="mso-spacerun: yes">  </span>weiter übel.</span></p><p /><p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 10pt"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-FAMILY: ">In den nächsten Tagen traf wieder vom „Nikolaus“ ein kurzes Email bei Familie Keller ein. Es war eine kleine Erinnerung an Amanda und Marc, wann ihre Wunschzettel abholbereit sein sollten. Heutzutage war alles mit der modernen Technik möglich.</span></p><p /><p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 10pt"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-FAMILY: ">Am Nikolaustag war es so weit. Die Wunschzettel waren verschwunden, die Stiefel reichlich gefüllt und die Kinder endlich beruhigt. Jetzt hieß es abwarten und Daumen drücken, ob der Weihnachtsmann alles am Lager hatte.</span></p><p /><p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 10pt"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-FAMILY: ">Na ja, Marc zweifelte anfangs schon ein bisschen, zumal einige böse Zungen in der Schule behaupteten, dass es den Weihnachtsmann überhaupt nicht gäbe. Was war dran an dieser Geschichte? Marc wollte der Sache auf den Grund gehen.</span></p><p /><p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 10pt"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-FAMILY: ">Amanda ließ sich nicht beirren und war fest davon überzeugt, dass es diesen gütigen Mann wirklich gäbe. Marc zweifelte immer noch, denn überall in der Stadt liefen verkleidete Gestalten herum; ob sich etwa der richtige Weihnachtsmann unter das Volk mischte? Na ja, der rotgekleidete Mann wusste vieles von einem und ließ sich nie ein X vor ein U machen, oder petzten etwa die Eltern heimlich?</span></p><p /><p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 10pt"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-FAMILY: ">Marc beschloss beim nächsten Besuch die Ami zu fragen, sie wusste auf vieles eine Antwort. </span></p><p /><p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 10pt"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-FAMILY: ">Und so geschah es dann auch. Ami holte die wartenden Kinder wieder mit dem Auto ab. An diesem Nachmittag schauten sie zu dritt Santa Claus 2. Oha, im Film ging es hoch her und diese quälende Frage kam unweigerlich wieder hoch. Jetzt hieß es Farbe bekennen: Was wusste Ami über den Weihnachtsmann? Schließlich war sie schon sechzig Jahre alt und hatte eine Menge Erfahrungen<span style="mso-spacerun: yes">  </span>in ihrem Leben gesammelt. Auf der Rückfahrt gab es für Oma kein Entrinnen mehr und sie wurde mit Fragen bombardiert. Natürlich<span style="mso-spacerun: yes">  </span>wollte Oma erst einmal hören, was ihre Enkel zu diesem Thema zu sagen hatten.</span></p><p /><p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 10pt"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-FAMILY: ">Amanda war immer noch felsenfest davon überzeugt, dass es den Weihnachtsmann gäbe, doch Marc holte ein bisschen weiter aus und erklärte folgendes:</span></p><p /><p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 10pt"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-FAMILY: ">„Das ist doch so - wie die Sache mit Gott. Wer hat ihn schon jemals gesehen? Man geht jeden Sonntag in die Kirche und glaubt fest an ihn. Weißt du, er ist doch auch schon über 2000 Jahre alt und hat so manches mit seinen Strafen verbockt. Ich finde das nicht gut - mit den ganzen Plagen und was er so alles verzapft hatte. Na ja, mit dem zunehmenden Alter ist er ruhiger geworden und die Strafen fallen jetzt milder aus. Vielleicht ist Gott einfach nur müde geworden und schläft jetzt mehr, deshalb stellt er nicht mehr so viel an.“</span></p><p /><p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 10pt"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-FAMILY: ">Amanda stimmte ihrem Bruder eifrig zu. „Ja, das kannst du ruhig glauben, Ami, so hat es Marc im Kommunionsunterricht gelernt. Aber unsere Frage ist ja noch längst nicht beantwortet, gibt es ihn oder nicht?“ beharrte das blondgelockte Mädchen auf eine klärende Antwort.</span></p><p /><p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 10pt"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-FAMILY: ">Oma schwieg eine Weile und dachte nach, bis sie endlich vor einer roten Ampel halten musste. Plötzlich sagte sie in die Finsternis hinein: „Stellt euch vor, es gäbe überhaupt keinen Weihnachtsmann. Was wäre dann?“</span></p><p /><p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 10pt"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-FAMILY: ">„Oh je, oh je, oh jemine!“, stimmten die beiden ein Klagelied an. „Das wäre absolut furchtbar!“, stellte Marc fest, „dann müssten die Eltern die Geschenke kaufen, oder du und der Api, das würde dann richtig teuer für euch werden!“</span></p><p /><p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 10pt"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-FAMILY: ">„Das denke ich auch“, sagte Oma lachend. „Und wenn es keinen Weihnachtsmann gäbe, was passiert dann?“</span></p><p /><p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 10pt"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-FAMILY: ">Marc wiegte bedenklich seinen Kopf hin und her. „Na ja, dann gäbe es keinen Weihnachtsbaum und keine Geschenke. Das wär ganz schön traurig!“</span></p><p /><p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 10pt"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-FAMILY: ">„Und keine Krippe, und was würde aus den ganzen Weihnachtsliedern und Geschichten werden?“, fügte Amanda aufgeregt hinzu, „All das würde überhaupt nicht existieren. Dann wäre das Fest ganz schön doof und langweilig, so ganz ohne diese Vorfreude. Das geht doch überhaupt nicht! Oder?“</span></p><p /><p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 10pt"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-FAMILY: ">Die Ampel zeigte grün und Oma fuhr weiter. „Ich bin nun auch davon überzeugt, dass es ihn gibt“, murmelte Marc erleichtert.</span></p><p /><p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 10pt"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-FAMILY: ">„Na klar - gibt es ihn“, bestätigte Oma, „ihr könnt ihn nur nicht sehen. Genauso wenig wie wir begreifen, dass so schwere Flugzeuge sich mit Leichtigkeit in die Lüfte erheben und wir kleinen Menschen können es nicht. Die wichtigen Dinge des Lebens bleiben für unser Auge unsichtbar. All diese Wunder kann der Klügste auf dieser Welt nicht sehen, nur der Glaube können diese Wunder bewahren. Ich bin auch davon überzeugt, dass es den Weihnachtsmann gibt, leider fällt das den meisten Erwachsenen ziemlich schwer zu glauben.“</span></p><p /><p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 10pt"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-FAMILY: ">„Und wie funktioniert das mit den Wunschzetteln?“, schob Amanda gleich die nächste Frage hinterher?“</span></p><p /><p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 10pt"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-FAMILY: ">Leider fanden die drei keine plausible Erklärung dafür, doch letztendlich wurde man sich einig, dass ruhig mehrere Wünsche auf dem Zettel stehen dürfen, falls mal etwas beim Weihnachtsmann vergriffen sein sollte. Diese Antwort gefiel der Oma sehr, vor allen Dingen, dass die kleinen Leute wussten, dass nicht immer alles erfüllt werden konnte. Denn schließlich hatte Marc zwei Tage später Geburtstag und dafür musste ja auch noch ein Geschenk übrig bleiben.</span></p><p /><p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 10pt"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-FAMILY: ">Die Kinder berichteten von ihrem Keyboard-Unterricht und das sie gerade ein Weihnachtslied übten. Wenn die Familie schön brav war, dann würden sie das Lied am Heiligen Abend vorspielen. Unterwegs sangen die drei ganz laut Stille Nacht, Heilige Nacht, bis Oma vor der Haustür hielt. Alle waren zufrieden und freuten sich auf das bevorstehende Fest, da Tante Joy sich mit Timmy und Onkel Billy angesagt hatte.</span></p><p /><p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 10pt"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-FAMILY: ">An diesem Abend vergaßen die Kinder ihre Wünsche für einen Moment und dachten noch lange über dieses Gespräch nach. Die Hauptsache war doch, dass die ganze Familie gesund und glücklich beieinander sein konnte. </span></p><p /><p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 10pt"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-FAMILY: "></span></p><p class="MsoNormal" style="MARGIN: 0cm 0cm 10pt"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-FAMILY: ">© Marena Stumpf</span></p><p /><p /><p /><p> </p>]]></description>
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				<title>Dufte Aepfel</title>
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				<pubDate>Mon, 14 Sep 2009  16:03:00  +0100</pubDate>
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<p align="center" class="MsoNormal" style="text-align: center;"><b><span style="font-size: 14pt; line-height: 115%;">Dufte Äpfel<o:p /></span></b></p>

<p align="center" class="MsoNormal" style="text-align: center;"><span style="font-size: 10pt; line-height: 115%;">Eva Zimmermann</span><b><span style="font-size: 14pt; line-height: 115%;"><o:p /></span></b></p>

<p class="MsoNormal">„Nun mach schon! Du bist nicht zum Rumstehen hier! Los, fass
endlich mit an!“ Piet war sauer auf seinen Kumpel, der es nicht eilig zu haben
schien. Er selbst hatte schon eine ganze Vitrine ausgeräumt. Jan dagegen stand
apfelkauend da und rührte keinen Finger. Nun aber gab er sich einen Ruck, legte
den angebissenen Apfel auf den Verkaufstisch und öffnete die Tür eines weiteren,
etwas abseits stehenden gläsernen Schaukastens. Ein ohrenbetäubender Lärm brach
los. „Mist, der Alarm!“, stieß Piet hervor. „Lass uns ‘ne Fliege machen, bevor
die Bullen kommen!“ Er ließ noch ein paar goldene Schmuckstücke in die Tasche
gleiten, bevor er zum Ausgang hastete. Auch Jan raffte drei oder vier
Perlenketten aus der Vitrine, steckte den angebissenen Apfel in seine
Jackentasche und schon verschwanden beide durch die Hintertür. Das Auto wartete
bereits mit laufendem Motor. Die beiden Schmuckdiebe gingen betont ruhig und,
wie sie hofften, ohne Aufsehen zu erregen, zu dem Wagen, in dem Ferdi auf sie
wartete. „Los, drück auf die Tube“, kommandierte Piet, „aber bleib
unauffällig!“<br /></p>

<p class="MsoNormal">Kommissarin Jutta Menders sah sich am Tatort um. Ihr
Assistent, Ben Freitag, knöpfte sich inzwischen die Nachbarschaft vor. Frau
Menders konnte zwar nichts sehen, das auch nur den kleinsten Hinweis auf die
Täter gab, doch irgendetwas war ungewöhnlich. Sie spürte es, konnte es jedoch
nicht beim Namen nennen. Aber sie machte sich darüber vorerst keine Gedanken,
denn sie wusste, dass es ihr früher oder später einfallen würde.</p>

<p class="MsoNormal">Ihr Handy klingelte. „Eine Nachbarin hat den Alarm gehört
und aus dem Fenster gesehen“, verkündete Ben, „und sie hat sich sogar die
Nummer des Fluchtwagens aufgeschrieben. Natürlich gestohlen!“ – „Gut! Wir
müssen nach dem Auto fahnden!“ Die Kommissarin fühlte, dass ihr Assistent
grinste. „Schon geschehen!“, war seine Antwort, „Und schon gefunden!<span>&nbsp;</span>Er steht nur ein paar Straßen von hier!“<span>  <br /></span></p>

<p class="MsoNormal">Die drei Männer waren inzwischen in Ferdis Auto umgestiegen,
das sie nicht weit vom Juweliergeschäft geparkt hatten. „Du machst alles wie
besprochen“, sagte Piet, der sich gerne als der Boss aufspielte, zu Jan. Der
nickte, während er den Schmuck in seinen Rucksack stopfte. Außer ein paar
Äpfeln war nichts darin, daher war genug Platz für die Juwelen. Jan steckte
eine der Früchte in die Jackentasche und bemerkte dabei, dass der angebissene
Apfel fehlte. War er ihm hinausgerutscht? Er verschwendete jedoch keinen weiteren
Gedanken daran. Dann sah er auf. „Da vorne, das weiße Haus, das ist es. Kannst
mich hier schon rauslassen“, sagte er zu Ferdi. „Bist du sicher, dass alles
klar geht? Merkt die Alte nichts? Ist sie schon zu senil?“, fragte Piet, obwohl
sie alles vorher schon dreimal durchgekaut hatten. Jan verlor allmählich die
Geduld. „Mensch, ich habe dir doch gesagt, dass sie um diese Zeit immer
einkaufen geht! Mach dir jetzt nicht in die Hose! Es ist der sicherste Platz,
solange die Ware heiß ist. Darauf kommt niemand!“ Damit stieg er aus und
schlenderte auf das Haus seiner Großmutter zu. In der Hand hielt er schon
wieder einen Apfel und biss kräftig hinein.</p>

<p class="MsoNormal">Jutta Menders und Ben Freitag stiegen aus ihrem Auto und
begutachteten den grünen Mercedes, den die Diebe unverschlossen abgestellt
hatten. Die Kommissarin öffnete die Tür und streckte den Kopf ins Wageninnere.
Sie stutzte, schnupperte, und rief dann triumphieren: „Ich hab’s!“
Verständnislos sah Ben sie an, als er in der Hand seiner Vorgesetzten einen
halb gegessenen Apfel entdeckte. „Ich wusste, dass am Tatort irgendetwas
seltsam war. Jetzt ist alles klar: Es roch dort nach Äpfeln! Etwas ungewöhnlich
für einen Juwelenladen, nicht?“ Dem jungen Mann war deutlich anzusehen, dass er
keinen blassen Schimmer hatte, warum dieser Geruch so wichtig sein sollte.
„Apfel-Jan!“, erklärte Frau Menders. „Sagt dir das was?“ Ben nickte. Dieser Spitzname
war auch ihm ein Begriff, zumal Jan und er dieselbe Schule besucht hatten. Sein
Mitschüler war im ganzen Ort dafür bekannt, dass er für alle kleineren und
größeren Apfeldiebstähle der Umgebung verantwortlich war. „Obst ist ihm
inzwischen wohl eine Nummer zu klein geworden“,<span>&nbsp;</span>meinte die Polizistin, „und nun verlegt er sich auf Gold. Wohnt er noch
bei seiner Großmutter?“ Ben schüttelte den Kopf. „Er ist bei einem Kumpel
untergekommen, soweit ich weiß, aber ich habe keine Ahnung, wo der wohnt.“
Jutta Menders seufzte. „Wäre ja auch zu einfach gewesen. Aber trotzdem, ich
finde, wir statten ihr mal einen Besuch ab!“</p>

<p class="MsoNormal">Als Frau Sander die Polizistin sah, wurde sie blass. Zu oft
schon hatte diese Frau vor ihrer Tür gestanden und nie hatte es etwas Gutes
bedeutet. Da sie der Nachbarschaft aber keinen Gesprächsstoff liefern wollte,
sagte sie: „Kommen Sie rein!“ und zog die Kommissarin hastig ins Haus. Freitag
folge, bevor sich die Tür schloss. Ihm fiel auf, dass seine Vorgesetzte
schnupperte, aber sie sagte nichts.</p>

<p class="MsoNormal">„Frau Sander“, begann Jutta Menders, „wann haben Sie Ihren
Enkel Jan zuletzt gesehen?“ Die alte Frau hatte durch schmerzliche Erfahrung
gelernt, dass Lügen nichts halfen. Daher sagte sie wahrheitsgemäß: „Der Junge
kam heute, als ich gerade zum Einkaufen gehen wollte. Er meinte, ich solle mich
nicht aufhalten lassen, er wolle sich nur eine Tasse Kaffee machen und dann
wieder verschwinden.“ - „Hm, Kaffee klingt gut!<span>&nbsp;</span>Ich hätte gegen ein Tässchen auch nichts einzuwenden!“,<span>&nbsp;</span>unterbrach die Kommissarin sie. Frau Sander
verstand sofort und verschwand Richtung Küche.</p>

<p class="MsoNormal">Kommissarin Menders gab ihrem Assistenten ein Zeichen und er
folgte der alten Frau, um sie so lange wie möglich vom Korridor fernzuhalten. </p>

<p class="MsoNormal">Die Polizistin begann sofort, sich auf den Geruch im Flur zu
konzentrieren, und schon bald war ihr klar, dass er vom Fußboden aufstieg. Und
richtig – zwei der hölzernen Bodendielen unterschieden sich deutlich von den
anderen, weil der Staub in den Ritzen fehlte. Nach kurzer Suche fand die
Kommissarin in einer Ecke, halb von der Garderobe versteckt, eine Eisenstange,
mit deren Hilfe sie die Dielen hochstemmte. <br /></p>

<p class="MsoNormal">Bingo! In dem Hohlraum unter dem Boden lag ein prall
gefüllter Rucksack, in dem die Frau nicht nur alle entwendeten Schmuckstücke
fand, sondern auch drei unter der Last der Juwelen etwas zerquetschte Äpfel,
von denen ein verlockender Duft aufstieg.</p>

<p class="MsoNormal">Der Rest war schnell erledigt. Frau Sander rückte zwar
ungern, aber doch wahrheitsgemäß, mit Jans neuer Adresse heraus.<span>&nbsp;</span>Frau Menders und Ben spürten das verblüffte
Trio dort auf, das keinerlei Widerstand bei der Verhaftung leistete. </p>

<p class="MsoNormal">Welch ein Glück für die Polizei, dass Jan diese stark
duftende, wohlschmeckende Apfelsorte bevorzugte! <br /></p><p class="MsoNormal">(c) Eva Zimmermann<br /></p>


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				<title>Calvi Fenchel</title>
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				<pubDate>Fri, 11 Sep 2009  18:39:00  +0100</pubDate>
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<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;"><span>&nbsp;</span><span>&nbsp;</span></span><span style="font-size: 12pt;"><o:p><br /></o:p></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;">Sanitär-Fenchel
war in der Umgebung bekannt wie ein bunter Hund und es ging ihm finanziell ausgezeichnet.
Dreimal im Jahr fuhr er mit seiner Familie in die Normandie. Er war dort ein
gern gesehener Gast, denn er hatte stets die Spendierhosen an. Die
Calvados-Brennerei interessierte ihn sehr, da in seinem Schrebergarten die
unterschiedlichsten Apfelbäume wuchsen. Rein hobbymäßig brannte er von nun an sein
Apfelwässerchen selbst, bis sein Leben aus allen Fugen geriet. Er sprach immer
mehr dem Alkohol zu, vernachlässigte seine Firma und hinterließ viele
verärgerte Kunden. Seine Frau Trude schämte sich zutiefst für ihren Mann. Sein
Sohn Matthias sah das bittere Ende nahen und wollte mit dem Schuldenberg seines
Vaters nichts zu tun haben. Vorsichtshalber räumte er die Sparkonten leer und
deponierte alles in Luxemburg.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;"><o:p>&nbsp;</o:p></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;">Anfangs
glaubte Trude noch an ihren Mann, immer in der Hoffnung, dass er sich eines
Tages zu einer Entziehungskur aufrappeln würde. Doch Calvi, wie sie ihn alle nannten,
drehte gänzlich durch und wurde zusehends bösartiger. In der letzten Zeit
rutschte ihm bei Trude häufiger die Hand aus. Die herbeigerufene Polizei konnte
nichts ausrichten, da sie Angst hatte ihren Mann anzuzeigen. Über den
Gartenzaun pöbelte er grundlos seine Nachbarn an. Jeder mied ihn und niemand
wollte etwas mit ihm zu tun haben.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;"><o:p>&nbsp;</o:p></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;">Sein rechter
Gartennachbar, Karli, brachte seit gut einem Vierteljahr nicht mehr seine Enkel
mit, da Calvi ungeniert seinen Schniedel aus der Hose holte und überall hin urinierte.
Am liebsten hätte er Fenchel mit dem Spaten eins übergebraten, doch er wagte zu
bezweifeln, dass der versoffene Kerl es überhaupt, nach dem Genuss des
Apfelstöffchens, noch gemerkt hätte.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;"><o:p>&nbsp;</o:p></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;">Michael
regte sich ebenfalls über seinen unliebsamen Nachbarn auf, da die
Brombeersträucher wild durch seinen Zaun wucherten und ihn bereits beschädigt
hatten. Calvi war nicht in der Lage sie zu roden. „Ja, ja! Ist schon gut, wenn´s
dich stört, dann mach´s alleine weg, du alter Meckerbolzen. Komm, lass´ uns ein
gutes Tröpfchen trinken, dann bekommst du bessere Laune und siehst die Dinge
nicht so verbissen“, hatte er geantwortet und torkelte davon, um die Flasche
und zwei Gläser zu holen.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;"><o:p>&nbsp;</o:p></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;">„Bringe mir
lieber das Wassergeld für die letzten zwei Jahre mit, das du mir noch
schuldest. Dein Gebräu kannst du dir an den Hut stecken“, brüllte Michael ihm
erregt hinterher und ging kopfschüttelnd in den Schuppen. `Dieser Mistbock
macht uns alles kaputt, kotzt überall hin und verleidet einem richtig die Lust
am Garten´, dachte er wütend. Dann fiel ihm wieder seine Frau Monika ein, die
einst eine leidenschaftliche Gärtnerin war. Jetzt weigerte sie sich standhaft
alleine in den Garten zu gehen. „Ich hasse ihn!“, flüsterte er und sein Blick
fiel auf das Rattengift, das oben auf dem Regal stand.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;"><o:p>&nbsp;</o:p></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;">Nach
Einbruch der Dunkelheit machten sich Michael und Karli auf den Heimweg. Sie <span>&nbsp;</span>unterhielten sich noch eine Weile über ihren
lästigen Nachbarn. Beide waren sich einig, dass es mit Calvi kein Dauerzustand bleiben
konnte, denn er zerstörte die Gartenidylle. Hier musste etwas geschehen und das
ziemlich schnell, selbst wenn man notfalls etwas nachhelfen müsste. Darüber
waren sich beide einig.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;"><o:p>&nbsp;</o:p></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;">„Meinst du,
ich will mir die Hände an diesem Subjekt schmutzig machen und womöglich noch im
Knast landen?“, meinte Michael und seine weiteren Gedanken behielt er besser
für sich. Karli nickte schweigsam und am Auto verabredeten sie sich für den
nächsten Tag zum Grillen, mit ihren besseren Hälften.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;"><o:p>&nbsp;</o:p></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;">Als Michael mit
seiner Frau am Sonntagmorgen auf dem Parkplatz der Laubenkolonie eintraf, wurden
sie bereits von einem großen Polizeiaufgebot erwartet. Sie ahnten schon, dass
etwas Schlimmes passiert sein musste.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;"><o:p>&nbsp;</o:p></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;">Kommissar
Feldbusch stellte sich kurz vor und befragte die Anwesenden zum Ableben des
Herrn Fenchel. Niemand wusste etwas Genaues, doch man vermutete, dass der
Nachbar an einer Alkoholvergiftung gestorben sein könnte.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;"><o:p>&nbsp;</o:p></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;">„Das ist ja
furchtbar“, sagte Moni nervös zu ihrem Mann und ihre Ohren liefen vor Aufregung
dunkelrot an. „Nicht zu fassen, was hier draußen alles passiert.“ <o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;"><o:p>&nbsp;</o:p></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;">„Wo haben
Sie sich gestern Abend eigentlich so gegen einundzwanzig Uhr aufgehalten?“, befragte
Herr Feldbusch die Herrschaften routinemäßig.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;"><o:p>&nbsp;</o:p></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;">„Na, zuhause
natürlich! Wir haben uns einen Film im Fernsehen angesehen.“ Moni guckte ihren
Mann von der Seite an, sagte aber nichts weiter dazu. Erst als der Kommissar
außer Reichweite war, flüsterte sie ihrem Ehegespunst zu: „Du hast doch
hoffentlich nichts damit zu tun, denn du warst noch ein Bierchen trinken. Schon
vergessen, Schatz?“<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;"><o:p>&nbsp;</o:p></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;">„Was denkst
du von mir?“, gestikulierte Michael aufgebracht und zog sie hinter sich her. „Du
bringst uns in Teufelsküche, also behalte deine Weisheiten bitte für dich! Du
willst doch nicht, dass wir Ärger bekommen, oder?“ <o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;"><o:p>&nbsp;</o:p></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;">Vor ihrem Gartentor
wurden sie von Karli und Silvia in Empfang genommen. „Haben die euch auch so mit
Fragen gelöchert? Man könnte meinen, dass sie uns im Verdacht haben. Sicherlich
ist der versoffene Hund hingefallen und hat sich die Rübe aufgeschlagen“, mutmaßte
Silvi und war innerlich froh, dass der Spuk mit dem Alten ein Ende hatte.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;"><o:p>&nbsp;</o:p></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;">Am späten
Nachmittag tauchte Herr Feldbusch nochmals im Garten auf und erkundigte sich etwas
eingehender nach ihren Alibis. Nun gab auch Michael zu, für kurze Zeit das Haus
verlassen zu haben. Allerdings verschwieg Silvi, dass ihr Mann ebenfalls um
diese Uhrzeit weggefahren war, um Zigaretten zu holen.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;"><o:p>&nbsp;</o:p></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;">Das Handy
des Kommissars klingelte. Er meldete sich mit „Feldbusch“ und hörte gespannt,
was das andere Ende zu sagen hatte. „Ich verstehe, und Sie sind sich ganz
sicher?“, hakte er noch einmal nach. Er kratzte sich nachdenklich am Kopf und
sagte laut: „Irgendwie passt das alles nicht zusammen. Wie konnte der Fenchel
mit einem harten Gegenstand hinterrücks erschlagen werden und zusätzlich an
seinem Erbrochenen ersticken? Das ist ein bisschen viel auf einmal! Finden Sie
nicht auch?“ Dabei beobachtete er die Anwesenden argwöhnisch.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;"><o:p>&nbsp;</o:p></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;">Karli und
Michael schauten sich verwundert an und zuckten mit den Schultern. „Warum
gucken Sie uns so an? Das ist doch Ihre Aufgabe es herauszufinden!“, meinte
Michael genervt. Seinen freien Sonntag hatte er sich angenehmer vorgestellt.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;"><o:p>&nbsp;</o:p></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;">„In der Tat,
das ist es“, antwortete der Kommissar und verschwand grußlos, denn ihm fiel
plötzlich das komische Verhalten der Witwe ein, als er ihr die tragische
Mitteilung überbrachte. Sie wusch sich während des Gesprächs ununterbrochen die
Hände in der Küche. Der Sache wollte er auf den Grund gehen und fuhr noch
einmal zu ihr.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;"><o:p>&nbsp;</o:p></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;">„Guten Tag,
Frau Fenchel. Ich habe noch einige Fragen an Sie“, sagte er in freundlichem Ton
und sein Blick fiel auf ihre sauberen Hände. Zerstreut bat sie ihn ins Haus und
steuerte zielstrebig die Küche an. „Wieso noch ein paar Fragen? Ist der Fall
nicht klar? Mein Mann hatte, wie immer, zu viel getrunken und ist gestürzt. Es
musste ja mal eines Tages so schlimm mit ihm enden.“ Sie drehte den Wasserhahn
auf und schrubbte sich wieder die Hände, bis sie fast blutig waren.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;"><o:p>&nbsp;</o:p></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;">Der
Kommissar nahm am Tisch Platz und beobachtete die Frau ein Weilchen. Er wunderte
sich, ob sie unter einem Waschzwang litt, dann fragte er behutsam: „Waren Sie eigentlich
mit Ihrem Mann glücklich?“<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;"><o:p>&nbsp;</o:p></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;">„Wenn Sie
mich so fragen, dann nein. Er demütigte und schlug mich häufig. Jeder wusste
das.“<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;"><o:p>&nbsp;</o:p></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;">„Auch letzte
Nacht? Haben Sie daraufhin Ihren Mann umgebracht?“<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;"><o:p>&nbsp;</o:p></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;">Gefasst
trocknete Trude sich die Hände ab und gestand im Garten gewesen zu sein.<span>&nbsp;</span>„Ich hatte so ein komisches Gefühl und ging
nach ihm sehen. Er lag im Gewächshaus auf dem Boden. Alfons blutete stark am
Hinterkopf. Ich wollte ihm helfen, doch als er mich sah, beschimpfte er mich wieder
und meinte, dass ich die Nachbarn gegen ihn aufhetzte und alles meine Schuld sei.
Ich konnte und wollte mir diese Vorwürfe nicht länger anhören und hielt ihm den
Mund zu. Es war wie ein Reflex. Er begann zu würgen, doch ich wollte ihn
einfach nur noch zum Schweigen bringen.“ Frau Fenchel sank traurig in sich
zusammen. „Darf ich Sie fragen, wie Sie ausgerechnet auf mich gekommen sind? Es
hätte doch auch Karli Hirsch sein können. Wie von Furien gehetzt rannte er auf
dem Parkplatz an mir vorbei. Ein längerer Gegenstand fiel ihm zu Boden, leider
konnte ich nicht erkennen, was es war.“<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;"><o:p>&nbsp;</o:p></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;">Herr
Feldbusch schüttelte den Kopf. „Mir ist Ihr zwanghaftes Waschverhalten
aufgefallen. Ich rätselte, woran Sie sich die Hände so schmutzig gemacht haben?
Wissen Sie, Ihr Mann verletzte viele Menschen, es hätte jeder von ihnen sein können.
Mir stellt sich die Frage, wer der wahre Schuldige in dieser Tragödie ist? Sie
haben schon genug gelitten, und wo kein Kläger ist, ist auch kein Richter! Lassen
Sie mich sehen, was ich für Sie tun kann.“<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;">Mitfühlend
drückte er ihre Hand und hoffte, dass sie mit einem blauen Auge aus der
Geschichte kommen würde. Erschöpft fuhr Trude mit zum Polizei-Präsidium.</span></p><p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><br /></p><p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;">(c) Marena Stumpf<br /><span style="font-size: 12pt;"> <o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 0.0001pt; line-height: normal;"><span style="font-size: 12pt;"><o:p>&nbsp;</o:p></span></p>


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				<title>Besinnliche Adventzeit</title>
				<link>http://www.marenas-musenstuebchen.de/index.php?id=75</link>
				<pubDate>Thu, 27 Nov 2008  21:59:35  +0100</pubDate>
				<category>Weihnachtsstübchen</category>		
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				<description><![CDATA[
  <br /><span style="color: rgb(204, 0, 0); font-family: impact;"><font size="4">Ich wünsche allen Lesern eine besinnliche Adventzeit<br /><br /></font></span><br />               <img src="http://www.marenas-musenstuebchen.de/images/kunde/catwindow0.gif" style="width: 268px; height: 191px;" />  <br /><br /><br /><br /><br /><br />.<br />
]]></description>
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				<title>Wird der Weihnachtsmann arbeitslos?</title>
				<link>http://www.marenas-musenstuebchen.de/index.php?id=73</link>
				<pubDate>Thu, 27 Nov 2008  21:25:00  +0100</pubDate>
				<category>Weihnachtsstübchen</category>		
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				<description><![CDATA[                                 
                                      <img style="width: 224px; height: 146px;" src="/images/kunde/computer_santa.jpg" /><br /><br />



<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;">„Wo bleiben denn
dieses Jahr nur die Wunschzettel der Kinder?“, wunderte sich der Weihnachtsmann.
Er schaute auf den Wandkalender und las leise: „ 20. November.“</span></p><p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;"> Nachdenklich
fuhr er sich durch den schlohweißen Bart und brummte: „Da stimmt doch etwas
nicht, noch kein einziger Wunschzettel. Entweder streikt die Post, oder es gibt
einen anderen triftigen Grund dafür. Der Sache werde ich sofort auf den Grund
gehen.“</span></p><p class="MsoNormal"><br /><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;"><o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;"><br /></span></p><p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;">Er rief den Oberelfen
zu sich. „Es sieht so aus, als ob wir dieses Jahr nichts zu tun bekommen und
das begreife ich nicht“, sagte Santa Claus erregt.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;"><br /></span></p><p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;">„Und<span>&nbsp;</span>was gedenkst du zu unternehmen?“, erkundigte
sich sein Helfer und zupfte sich dabei nervös an der langen Nasenspitze.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;"><br /></span></p><p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;">„Ich werde
mich unter das Volk mischen und meine Ohren offen halten.“ Kaum hatte Santa den
Satz beendet, da eilte er zum Schrank und holte seinen roten Mantel und die
Mütze heraus. <o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;"><br /></span></p><p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;">„Aber, aber,
du wirst doch nicht zu dieser Jahreszeit in deiner roten Weihnachtskluft durch
die Menschenmengen laufen“, gab der Elf zu bedenken. „Da kichern ja die Hühner
und die Rentiere fangen an zu jodeln. Die Leute werden dich für verrückt
erklären, obwohl es schon seit Mitte September Schokoladenmänner zu kaufen gibt
…“<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;"><br /></span></p><p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;">Der
Weihnachtsmann blieb stehen und dachte einen Moment nach. Er nickte einsichtig
und hängte seine Sachen wieder zurück. „Sicherlich hast du Recht, mein treuer
Freund. Einverstanden, ich ziehe meinen braunen Mantel an, so gekleidet wird
mich bestimmt niemand erkennen. Um kein Aufsehen zu erregen, werde ich auch
nicht mit dem Rentierschlitten fahren, sondern den Hundeschlitten nehmen.“<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;"><span>&nbsp;</span><br /></span></p><p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;">Bereits am Vormittag erreichte er eine größere
Stadt. Er hielt am Waldrand und bat die Huskys brav auf ihn zu warten. Neugierig
schaute der alte Mann sich in den festlich geschmückten Geschäften um. Sein Weg
führte ihn an einem Schulhof vorbei. Die Schüler hatten gerade große Pause.
Einige standen an den Zaun gelehnt und unterhielten sich. Sie bemerkten den
Zuhörer nicht, der sich ihnen von hinten auf leisen Sohlen näherte.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;"><br /></span></p><p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;">„Hast du
deinen Eltern schon deine Wünsche gesteckt?“, fragte einer der Jungen. „Sicherlich
sind sie aus den Latschen gekippt, als sie den Preis für die Raumstation erfuhren!“<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;"><br /></span></p><p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;">Der andere Schüler
winkte lässig ab. „Dann<span>&nbsp;</span>müssen eben
meine Großeltern tiefer in die Tasche greifen“, antwortete dieser ziemlich
vorlaut.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;"><br /></span></p><p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;">Das wurde Santa
nun doch zu bunt und er mischte sich ein. „Habt ihr es mal mit einem
Wunschzettel an den Weihnachtsmann versucht?“, fragte er verärgert in die Runde.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;"><br /></span></p><p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;">„Hey Opa,
mache dich nicht lächerlich. Wer glaubt denn heutzutage noch an den
Weihnachtsmann? Das kannst du jemanden ohne Uhr erzählen, aber nicht uns. Jedes
Milchgesicht weiß doch, dass es ihn nicht gibt“, pöbelte ein anderer Jungendlicher
sofort los.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;"><br /></span></p><p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;">„Oh, oh, da
wäre ich mir nicht so sicher. Vielleicht erlebst du noch dein blaues Wunder.“
Mit gesenktem Kopf zog der Weihnachtsmann weiter und hielt vor einem
Kindergarten an. Einige Mädchen spielten Fangen im Garten und plötzlich
stolperte eines der Kinder und fiel der Länge nach hin. Besorgt kletterte der
alte Mann über den Zaun. „Oh, Kleines, du musst besser Acht geben, sonst
verletzt du dich noch.“<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;"><br /></span></p><p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;">Das blonde
Mädchen schaute geradewegs in seine hellblauen Augen. „Autsch, das tut so weh“,
jammerte es plötzlich. Tränen kullerten ihr über die Wangen, als ihr Blick auf das
blutige Knie fiel.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;"><br /></span></p><p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;">„Das glaube
ich dir gerne, Mareike“, flüsterte der weise Mann und hielt einen Moment <span>&nbsp;</span>seine Hand schützend über ihr Knie. Sofort
ließ der Schmerz nach. Vom Blut und dem Loch in der Strumpfhose war kurz darauf
nichts mehr zu sehen.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;"><br /></span></p><p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;">Die
umstehenden Mädchen trauten ihren Augen nicht und sie begannen zu tuscheln.
„Hast du das gesehen? Das war ja die reinste Zauberei! Wer mag wohl dieser
geheimnisvolle Mann sein?“<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;"><br /></span></p><p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;">Die
Kindergärtnerin kam sofort aus dem Gebäude gerannt und rief: „Kinder, was ist
hier draußen los und was hat dieser Fremde auf unserem Gelände zu suchen?“<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;"><br /></span></p><p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;">„Christiane,
Christiane, er ist ein richtiger Zauberer, er legte seine Hand auf Mareikes
blutiges Knie und hat es wieder gesund gemacht!“, berichtete Johanna aufgeregt.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;">Christiane
sah in die gütigen Augen des Mannes und irgendwie kam ihr der Fremde vertraut
vor, doch sie konnte sich nicht erinnern, wann sie ihm schon einmal begegnet
war. Mareike sprang auf, als ob nie etwas geschehen war, und spielte mit ihren
Freundinnen weiter.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;"><br /></span></p><p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;">Langsam
erhob sich der Weihnachtsmann vom kühlen Boden. Die Erzieherin reichte ihm die
Hand zum Aufstehen. „Kennen wir uns von irgendwo her?“, fragte sie neugierig.
Er nickte. „Ja, das ist aber schon sehr, sehr lange her. Vielleicht halten Sie
mich für ein bisschen verrückt …, ich bin der Weihnachtsmann.“<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;"><br /></span></p><p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;">Christiane
dachte: „Der Alte hat doch nicht alle Latten am Zaun, sicherlich ist er aus
einem Altersheim ausgebüchst und ein bisschen verwirrt im Kopf.“ Trotzdem war
sie um sein Wohl besorgt und führte den Unbekannten in die Küche. Schnell
setzte sie, für einen wärmenden Tee,<span>&nbsp;</span>einen Kessel mit Wasser auf die Herdplatte.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;"><br /></span></p><p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;">„Aha, jetzt
ist es mir wieder eingefallen“, sagte Santa erleichtert, „ Sie müssen damals so
um die sechs Jahre gewesen sein und Sie wünschten sich eine Negerpuppe mit
grünen Zöpfen. Leider hatten wir in der Werkstatt nur noch blonde Haare übrig
und deshalb bekamen Sie eine kahlköpfige Puppe geschenkt. Immerhin setzten wir
ihr blaue Klapperaugen ein, mit ganz langen Wimpern.“<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;"><br /></span></p><p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;">Sprachlos stand
Christiane mit geöffnetem Mund da. Nie zuvor hatte sie jemanden von ihrem
abartigen Wunsch erzählt. Ihre Beine wurden weich wie Pudding und sie tastete
sich an der Tischkante entlang um nicht umzukippen. „Bist du es wirklich,
Santa?“, stammelte sie und konnte ihren Blick von ihm nicht lassen.<span>&nbsp;</span>„Ich kann es nicht glauben, aber was führt
dich um diese Jahreszeit zu uns?“<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;"><br /></span></p><p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;">Der
Weihnachtsmann begann von seinen Sorgen zu erzählen. „Kannst du mir vielleicht
erklären, warum die Kinder keine Wunschzettel mehr schreiben?“<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;"><br /></span></p><p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;">Christiane
zuckte mit den Schultern. „Das kann viele Gründe haben. Vielleicht liegt es an
den Eltern? Sie gehen mit ihren Kindern in die Kaufhäuser oder zeigen ihnen
Spielsachen in <span>&nbsp;</span>den Katalogen und dann
dürfen sich die lieben Kleinen etwas aussuchen. Auf alle Fälle macht das
weniger Arbeit, als sich mit ihnen hinzusetzen und einen Wunschzettel säuberlich
an dich zu schreiben. Oder liegt es eventuell an eurer veralteten Arbeitsweise?
Früher gab es Puppen, Autos, Himmelbettchen oder Roller, die ihr noch in eurer
Werkstatt selbst gebaut habt, doch schau dir heutzutage die hochmodernen und
technischen Spielzeuge an. Könnt ihr überhaupt so etwas herstellen? Die Kinder
wünschen sich jetzt Handys, Spielkonsolen, Raumschiffe<span>&nbsp;</span>oder bewegliche Roboter.“<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;"><br /></span></p><p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;">Betrübt
schüttelte er sein weißes Haupt. Unumwunden musste er zugeben, dass er und die
Elfen sich mit der heutigen Technik überhaupt nicht auskannten. Der Alte rieb
sich verzweifelt an der Stirn. „Das ist doch zum Haare raufen. Nun bin ich so
alt geworden und habe nicht einmal bemerkt, wie schnell der Fortschritt seinen
Lauf genommen hat. Hast du eine Idee, wie wir unsere Werkstatt schnellstens modernisieren
können?“ <o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;"><br /></span></p><p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;">Angestrengt
dachte Christiane nach, dann sagte sie lächelnd: “Ich glaube, ich habe eine
Idee. Mein Vater Gustav und mein Mann Niels arbeiten in der Spielzeugforschung.
Begleite mich nach Feierabend nachhause und wir werden mit ihnen reden.“<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;"><br /></span></p><p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;">Dem
Weihnachtsmann fiel ein Stein vom Herzen. Er konnte es kaum abwarten die beiden
kennenzulernen. Als die junge Frau am späten Nachmittag ihren fremden Gast
vorstellte, brachen Gustav und Niels in schallendem Gelächter aus, denn sie glaubten,
es wäre wieder einer von ihren Kindergartenscherzen. <span>&nbsp;</span><o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;"><br /></span></p><p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;">Christiane wurde
wütend und schämte sich zugleich über das Benehmen ihrer Familie. „Hört sofort auf
zu lachen! Dafür ist die Sache viel zu ernst. Der Weihnachtsmann steckt in
Schwierigkeiten. Glaubt mir doch und hört euch erst einmal an, was er zu sagen
hat!“<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;"><br /></span></p><p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;">Der
Weihnachtsmann berichtete alles und warum ihn seine Reise <span>&nbsp;</span>jetzt schon zu den Menschen führte. Niels
kratzte sich nachdenklich am Kopf. „In der Tat, ihr habt ein echtes Problem.
Bei euch ist nämlich die Zeit stehen geblieben. Das können wir in ein paar
Stunden auch nicht beheben. Ihr müsstet alles neu, von der Picke auf, lernen
und das noch kurz vor dem Fest. Meinst du, dass ihr das schaffen werdet? <o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;"><br /></span></p><p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;">Mit tiefer
Stimme unterbrach Gustav seinen Schwiegersohn. „Wir haben doch noch so viele
Überstunden abzubummeln, und wenn wir den Weihnachtsmann zum Nordpol begleiten
würden – das müsste doch gehen, und bis zum Heiligen Abend hätten wir noch
genug Zeit den Elfen alles Wichtige beizubringen.“<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;"><br /></span></p><p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;">„Nein, nein,
das packen wir zeitlich nie!“, winkte der Weihnachtsmann hoffnungslos ab.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;"><br /></span></p><p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;">Doch Gustav
ließ nicht locker. „Ich habe noch einen viel besseren Einfall. Heute Abend
erstelle ich dir eine tolle Homepage, wo die Kinder dir direkt ihre Wünsche per
Email mitteilen können. Du wirst sehen, das funktioniert ratz-fatz!“<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;"><br /></span></p><p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;">„Das ist
ganz lieb von dir Gustav, aber ich weiß ja nicht einmal, wie man einen Computer
einschaltet, ganz zu schweigen wie so eine Kiste funktioniert ….“
Zusammengesunken saß der Weihnachtsmann auf der Couch und wusste nicht mehr
weiter.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;"><br /></span></p><p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;">„Auf!“,
sagte der Vater energisch, „machen wir uns ans Werk. Im Betrieb ist unsere
Weihnachtsproduktion längst beendet. Wir helfen jetzt dem Weihnachtmann. Ich
bastele für dich eine schöne Homepage und Christiane wird dir am anderen
Computer zeigen, wie alles funktioniert. Es ist wirklich nicht schwer zu
lernen. Und Niels, du rufst bei unserem Boss an und verklickerst ihm, dass der
Weihnachtsmann einen Notfall hat und wir ihm dringend helfen müssen. Ach ja,
vergesst nicht die Zeitungen zu informieren, sie müssen unbedingt darüber
berichten.“ Danach verschwand der Vater für einige Stunden im Hobbykeller.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;"><br /></span></p><p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;">Die Augen
des Weihnachtsmannes begannen zu glänzen und er schöpfte neuen Mut. Christiane
erklärte ihm alles Wichtige. Anfangs begriff er überhaupt nichts, doch dann
schrieb er alles auf, damit er auch nichts vergaß.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;"><br /></span></p><p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;">Nach einigen
Stunden tauchte Gustav wieder<span>&nbsp;</span>auf. „So,
das wäre geschafft. Von jetzt an können dir alle Kinder ihre Wünsche Online
mitteilen und ich habe auch ein paar Computer für deine Werkstatt bestellt. Sie
werden in den nächsten Tagen zum Nordpol geliefert. Na ja, die schenke ich dir,
als kleine Entschuldigung, weil wir uns vorhin so über dich lustig gemacht
haben“, meinte Gustav peinlich berührt, denn insgeheim glaubte er noch fest an
den Weihnachtsmann. <o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;"><br /></span></p><p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;">Bedenklich
wiegte Santa Claus seinen Kopf hin und her und wiederholte langsam die
fremdklingenden Worte: „O-n-l-i-n-e? E-m-a-i-l? I-n-t-e-r-n-e-t? Das hört sich
alles für mich, wie Chinesisch rückwärts an. Meint ihr wirklich, dass das gut
geht? Ich habe Angst vor dieser großen Umstellung. Ich glaube, dass wir im
hohen Norden schon viel zu alt für diese Spielereien sind.“<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;"><br /></span></p><p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;">„Online
bedeutet nichts anderes, als mit dir direkt verbunden zu sein“, versuchte Niels
ihm zu erklären. „Und die Kinder müssten mit ihren Wunschbriefen nicht mehr zum
Postamt gehen. Sie schreiben dir von zuhause aus eine Elektronische Post, dazu
sagt man auch Email. Außerdem ist es nie zu spät zum Lernen. Bis zum Fest
werden wir euch nicht mehr von der Seite weichen. Du must mir aber versprechen,
dass wir bis zum Heiligen Abend wieder zurück bei meiner Frau sind.“<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;"><br /></span></p><p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;">Christiane
packte für ihre Männer ein paar warme Sachen zusammen und begleitete die drei
bis zum Waldrand. Noch lange winkte sie dem Husky-Schlitten hinterher. Sie
wusste, dass noch eine Menge Arbeit vor ihnen lag.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;"><br /></span></p><p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;">Pünktlich,
wie versprochen, brachte der Weihnachtsmann am 23. Dezember seine beiden Helfer
zurück. Sanft setzte der Rentierschlitten vor dem Haus auf. Überglücklich und aufgeregt
berichtete Niels sofort <span>&nbsp;</span>seiner Frau vom
Nordpol und der tollen Rückreise.“Alle Elfen waren so lieb und hilfsbereit. Es
war eine wahre Wonne mit ihnen zu arbeiten. <span>&nbsp;</span>Eine Gruppe Elfen hatten wir für die
Wunschzettel eingeteilt und die Klügsten mussten an einem Computerkurs
teilnehmen. Sie lernten alle erstaunlich schnell. Nun ja, bis auf den Schlaumeier,
von Oberelfen. Er tat sich ein bisschen schwer. Manchmal war sein krummer
Finger viel zu schnell und er löschte, aus Versehen, das eine oder andere Wunschmail.
<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;"><br /></span></p><p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;">„Und nicht
zu vergessen“, fügte Gustav hinzu, „die Tagespresse hatte uns auch mit ihrem
Aufruf mächtig unterstützt. Sie druckten in fetter Überrschrift:<span>&nbsp;</span><b>„Weihnachtsmann
vor dem Aus? Wird der weltberühmte Mann arbeitslos?“ </b><span>&nbsp;</span>Viele Kinder schickten daraufhin ihre
Wunschzettel ab. Wir hatten wirklich alle Hände voll zu tun und es hat
unheimlich viel Spaß gemacht.“ <o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;"><br /></span></p><p class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;">Um
Mitternacht verabschiedete sich der Weihnachtsmann herzlich von seinen neuen
Freunden und lud sie für das kommende Jahr zum Nordpol ein. Er nahm die Zügel
der Rentiere fest in die Hand, schnalzte mit der Zunge und schon sauste der Schlitten
von dannen.</span></p><br /><p class="MsoNormal"><br /></p><p class="MsoNormal">(c) Marena Stumpf<br /><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;"><o:p /></span></p>

<br />
]]></description>
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			</item>
			<item>
				<title>                            Das Julfest</title>
				<link>http://www.marenas-musenstuebchen.de/index.php?id=72</link>
				<pubDate>Thu, 27 Nov 2008  21:03:00  +0100</pubDate>
				<category>Weihnachtsstübchen</category>		
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				<description><![CDATA[ <p /><p><span class="crop" id="imgCanvas"></span></p><p class="MsoNormal" style="FONT-FAMILY: arial, helvetica, sans-serif"><span class="Apple-style-span" style="LINE-HEIGHT: 21px; FONT-SIZE: 19px">    <span class="crop" id="imgCanvas"><img name="theImage" width="400" height="307" id="theImage" style="WIDTH: 400px; HEIGHT: 307px" src="/images/kunde/Weihnachtsbilder/.editor_6b963b5f60aac7545c49a3d388d3f327_85edbb.jpeg" complete="true" complete="true" /></span> </span></p><p class="MsoNormal" style="FONT-FAMILY: arial, helvetica, sans-serif"><span class="Apple-style-span" style="LINE-HEIGHT: 21px; FONT-SIZE: 19px"></span></p><p class="MsoNormal" style="FONT-FAMILY: arial, helvetica, sans-serif"><span class="Apple-style-span" style="LINE-HEIGHT: 21px; FONT-SIZE: 19px"></span></p><p class="MsoNormal" style="FONT-FAMILY: arial, helvetica, sans-serif"><span class="Apple-style-span" style="LINE-HEIGHT: 21px; FONT-SIZE: 19px"></span></p><p class="MsoNormal" style="FONT-FAMILY: arial, helvetica, sans-serif"><span class="Apple-style-span" style="LINE-HEIGHT: 21px; FONT-SIZE: 19px"></span></p><p class="MsoNormal" style="FONT-FAMILY: arial, helvetica, sans-serif"><span class="Apple-style-span" style="LINE-HEIGHT: 21px; FONT-SIZE: 19px"></span></p><p class="MsoNormal" style="FONT-FAMILY: arial, helvetica, sans-serif"><span class="Apple-style-span" style="LINE-HEIGHT: 21px; FONT-SIZE: 19px"></span></p><p class="MsoNormal" style="FONT-FAMILY: arial, helvetica, sans-serif"><span class="Apple-style-span" style="LINE-HEIGHT: 21px; FONT-SIZE: 19px"></span></p><p class="MsoNormal" style="FONT-FAMILY: arial, helvetica, sans-serif"><span class="Apple-style-span" style="LINE-HEIGHT: 21px; FONT-SIZE: 19px">In Schweden waren die Wintertage immer sehr kurz. Bereits um drei Uhr wurde es draußen dunkel. Am liebsten verbrachte Oma Kristina die langen Nachmittage mit ihren beiden Enkeln vor dem prasselnden Kamin und wenn es nach frisch gebackenen Pfefferkuchen duftete. Meistens musste sie den Kindern eine spannende Geschichte erzählen von einer längst vergangenen Zeit, als sie selbst noch ein kleines Mädchen war.</span></p><p class="MsoNormal" style="FONT-FAMILY: arial, helvetica, sans-serif"><br /><font size="2"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-SIZE: 14pt"></span></font></p><p /><p class="MsoNormal" style="FONT-FAMILY: arial, helvetica, sans-serif"><font size="2"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-SIZE: 14pt">Erwartungsvoll setzten sich Karlson und Birgit zu ihr auf die Couch. Gemeinsam tranken sie Kakao und aßen Plätzchen, schwatzten über alltägliche Dinge, bis auf einmal Birgit fragte:“Oma, erzählst du uns wieder eine schöne Geschichte?“ </span></font></p><p /><p class="MsoNormal" style="FONT-FAMILY: arial, helvetica, sans-serif"><font size="2"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-SIZE: 14pt"><br /></span></font></p><p class="MsoNormal" style="FONT-FAMILY: arial, helvetica, sans-serif"><font size="2"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-SIZE: 14pt">Die alte Dame lächelte zufrieden und legte ihre Arme um die Schultern ihrer Enkel. „Wie ihr wisst, ist in ein paar Tagen das Julfest. In Schweden gab es nicht immer einen Weihnachtsmann. Als ich noch klein war, brachten koboldartige Heinzelmännchen den braven Kindern die Geschenke ins Haus. Man hielt die kleinen Zwerge bei Laune, damit sie niemanden einen bösen Streich spielten und jeder stellte für sie, als kleines Dankeschön, ein Schüsselchen mit süßem Brei hin. Tomtebisse war der Älteste der Kobolde. Mit ihm war nicht zu spaßen. Er brachte es oftmals fertig, wenn er seinen Brei nicht vorfand, dass ein Mädchen ein Auto bekam und ein Junge folglich eine Puppe.</span></font></p><p class="MsoNormal" style="FONT-FAMILY: arial, helvetica, sans-serif"><br /><font size="2"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-SIZE: 14pt"></span></font></p><p /><p class="MsoNormal" style="FONT-FAMILY: arial, helvetica, sans-serif"><font size="2"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-SIZE: 14pt">So begab es sich, dass Tomtebisse und Nisse das ganze Jahr über in Lappland das Spielzeug für die Kinder anfertigte. Natürlich halfen ihnen kleine Elfen dabei, sonst wären sie ja niemals fertig geworden. Nun ja, früher gab es nur ein Spielzeug pro Kind zum Julfest. Das ging ja noch, aber heute … Ihr habt ja immer so viele Wünsche, das hätten die Wichtel niemals im Leben alleine geschafft.“</span></font></p><p class="MsoNormal" style="FONT-FAMILY: arial, helvetica, sans-serif"><br /><font size="2"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-SIZE: 14pt"></span></font></p><p /><p class="MsoNormal" style="FONT-FAMILY: arial, helvetica, sans-serif"><font size="2"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-SIZE: 14pt">Nachdenklich nippte Oma Kristina an ihrem Becher Kakao. Plötzlich wurde sie ganz ruhig. „Was ist denn los, Oma? Tut dir etwas weh?“, fragte Karlson besorgt. Die alte Dame schüttelte ihren Kopf. „Ach Junge, ich musste eben an etwas ganz Furchtbares denken.“</span></font></p><p class="MsoNormal" style="FONT-FAMILY: arial, helvetica, sans-serif"><br /><font size="2"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-SIZE: 14pt"></span></font></p><p /><p class="MsoNormal" style="FONT-FAMILY: arial, helvetica, sans-serif"><font size="2"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-SIZE: 14pt">„Erzähl schon, warum bist du so traurig?“ Die beiden Kinder kuschelten sich noch enger an sie und lauschten ihren Worten.</span></font></p><p /><p class="MsoNormal" style="FONT-FAMILY: arial, helvetica, sans-serif"><font size="2"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-SIZE: 14pt"><br /></span></font></p><p class="MsoNormal" style="FONT-FAMILY: arial, helvetica, sans-serif"><font size="2"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-SIZE: 14pt">„Es geschah an einem Heiligen Abend. Ich war gerade fünf Jahre alt und wartete den ganzen Nachmittag am Fenster auf die Heinzelmänner, die mir mein Geschenk bringen sollten. Endlich fuhr der Rentierschlitten vor unser Haus. Ich war total aufgeregt, denn sonst sah man die kleinen Kobolde niemals. Tomtebisse stieg aus und Nisse reichte ihm mein Weihnachtsgeschenk. Just in diesem Moment preschte ein Hirsch aus dem angrenzenden Wald und rannte Tomtebisse über den Haufen. Wie angewurzelt stand ich am Fenster und konnte mich vor Schrecken nicht rühren. Meine Eltern rannten hinaus um Tomtebisse zu helfen, doch er lag leblos auf dem Rücken und neben ihm meine zerbrochene Porzellanpuppe. Nisse meinte, dass meine Eltern den Verletzten in den Rentierschlitten heben sollten und dann fuhr er mit Tomtebisse fort. In diesem Jahr gab es für die meisten Kinder keine<span> </span>Weihnachtsgeschenke. Ich bekam einen Schal, Mütze und Handschuhe, die meine Mutter heimlich für mich gestrickt hatte. Meine Eltern tanzten an diesem Abend auch nicht mit mir um den Weihnachtsbaum. Alles war viel zu traurig. Natürlich machte ich mir große Sorgen um Tomtebisse, wie es ihm wohl ging und ob er mich zum nächsten Julfest besuchen würde, doch alles kam ganz anders.</span></font></p><p /><p class="MsoNormal" style="FONT-FAMILY: arial, helvetica, sans-serif"><font size="2"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-SIZE: 14pt"><br /></span></font></p><p class="MsoNormal" style="FONT-FAMILY: arial, helvetica, sans-serif"><font size="2"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-SIZE: 14pt">Es verging ein Jahr und je näher das nächste Weihnachtsfest rückte, desto bedrückter wurde ich. Meine Oma war eine kluge Frau. Um mich etwas aufzuheitern, nähte sie aus einem weißen Laken ein Gewand für mich und ich durfte es am 13. Dezember zum Lucia-Tag anziehen. Sie schlang ein rotes Band um meine Taille. Für den Kopfschmuck hatte sie mir einen schönen Preiselbeerkranz gebunden und einige Kerzen darauf gesteckt. Wie sie zu mir sagte, sollte ich die dunkle Jahreszeit erhellen und wieder etwas Freude ins Leben der Dorfbewohner bringen. Abends zogen wir von Haus zu Haus, sangen Weihnachtslieder und verteilten selbstgebackene, safrangewürzte Lucia Brötchen. <span> </span>Das war damals ein ganz besonderes Erlebnis für mich.</span></font></p><p /><p class="MsoNormal" style="FONT-FAMILY: arial, helvetica, sans-serif"><font size="2"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-SIZE: 14pt"><br /></span></font></p><p class="MsoNormal" style="FONT-FAMILY: arial, helvetica, sans-serif"><font size="2"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-SIZE: 14pt">Die Tage vergingen schnell und ehe ich mich versah, war der Heilige Abend da. Irgendwie hoffte ich trotz allem, dass Tomtebisse mich besuchen würde und mir meinen Wunsch erfüllte.</span></font></p><p /><p class="MsoNormal" style="FONT-FAMILY: arial, helvetica, sans-serif"><font size="2"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-SIZE: 14pt"><br /></span></font></p><p class="MsoNormal" style="FONT-FAMILY: arial, helvetica, sans-serif"><font size="2"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-SIZE: 14pt">Am Nachmittag des vierundzwanzigsten Dezembers las mir meine Mutter gerade eine Weihnachtsgeschichte vor, als es heftig an unserer Haustür pochte. Ich sprang voller Freude auf und öffnete. Vor mir stand ein rotgekleideter Mann mit einem dicken weißen Wallebart. Ich erschreckte mich fast zu Tode und knallte ihm die Tür vor der Nase zu. Laut schreiend rannte ich zu meinem Vater. Er konnte sich nicht erklären, wer das sein konnte und schaute selbst nach. Ich hörte, wie sich die beiden Männer leise unterhielten, und dann betrat der alte Mann unsere Stube. `Hey Kristina, fürchte dich nicht´, sagte er zu mir, `ich bin der neue Weihnachtsmann. Man nennt mich Jultomte. Ich komme an Stelle von Tomtebisse und bringe dir dein Julgeschenk´. Er öffnete seinen großen Jutesack und zog eine Puppenwiege heraus, die ich mir so sehr gewünscht hatte. Für einen Moment wusste ich nicht, was ich sagen sollte und meine Mutter brach dann endlich das Schweigen. Sie erkundigte sich nach dem Befinden von Tomtebisse <span> </span>und wie es ihm ergangen war. </span></font></p><p /><p class="MsoNormal" style="FONT-FAMILY: arial, helvetica, sans-serif"><font size="2"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-SIZE: 14pt"><br /></span></font></p><p class="MsoNormal" style="FONT-FAMILY: arial, helvetica, sans-serif"><font size="2"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-SIZE: 14pt">Der Weihnachtsmann nickte und antwortete mit gütiger Stimme: `Vielen Dank für Ihre Nachfrage. Sie wissen ja selbst, die Heinzelmänner waren sehr betagt. Sie hatten ihre liebe Mühe und Not immer alles rechtzeitig zum Fest fertig zu stellen. Der alte Kobold hatte sich bei diesem Unfall mit dem Hirsch einige Knochenbrüche zugezogen. Er konnte lange nicht mitarbeiten und musste das Bett hüten. Die Elfen und Kobolde schrieben mir einen langen Brief und baten mich um Hilfe. Da ich nicht überall zur gleichen Zeit sein konnte, boten sie mir ihren Rentierschlitten zur Unterstützung an, der mich in Lichtgeschwindigkeit zu den braven Kindern bringt. Die Kobolde müssen nun nicht mehr auf Reisen gehen. Sie zählen jetzt zu meinen engsten Vertrauten und stehen mir mit Rat und Tat zur Seite.´ </span></font></p><p /><p class="MsoNormal" style="FONT-FAMILY: arial, helvetica, sans-serif"><font size="2"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-SIZE: 14pt"><br /></span></font></p><p class="MsoNormal" style="FONT-FAMILY: arial, helvetica, sans-serif"><font size="2"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-SIZE: 14pt">Jultomte aß einige von Mutters leckeren Plätzchen, trank ein Schlückchen von Vaters wärmenden Glögg-Punsch und danach verabschiedete er sich mit einem fröhlichen `Hey do´ von uns.“<span> </span></span></font></p><p /><p class="MsoNormal" style="FONT-FAMILY: arial, helvetica, sans-serif"><font size="2"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-SIZE: 14pt"><br /></span></font></p><p class="MsoNormal" style="FONT-FAMILY: arial, helvetica, sans-serif"><font size="2"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-SIZE: 14pt">Die Kinder rekelten sich auf der Couch und Karlson meinte zu seiner Schwester: „Puh, da hatten wir richtig Glück, dass Jultomte für die Heinzelmänner eingesprungen ist. Stelle dir nur einmal vor, es gäbe überhaupt keine Geschenke mehr zum Weihnachtsfest. Das wäre doch einfach furchtbar, nicht wahr?“ </span></font></p><p /><p class="MsoNormal" style="FONT-FAMILY: arial, helvetica, sans-serif"><font size="2"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-SIZE: 14pt">Eifrig stimmte Birgit ihm zu.<span> <br /></span></span></font></p><p class="MsoNormal" style="FONT-FAMILY: arial, helvetica, sans-serif"><font size="2"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-SIZE: 14pt"><span><br /></span></span></font></p><p class="MsoNormal"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-SIZE: 14pt"><span><font size="2" style="FONT-FAMILY: arial, helvetica, sans-serif">(C) Marena Stumpf </font><br /></span></span></p><p class="MsoNormal"><br /><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-SIZE: 14pt"><span></span></span></p><p class="MsoNormal"><span style="LINE-HEIGHT: 115%; FONT-SIZE: 14pt"><span></span><span> </span></span></p><p><br /></p>]]></description>
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			<item>
				<title>Der Weihnachtsmannlehrling</title>
				<link>http://www.marenas-musenstuebchen.de/index.php?id=71</link>
				<pubDate>Thu, 27 Nov 2008  20:40:00  +0100</pubDate>
				<category>Weihnachtsstübchen</category>		
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				<description><![CDATA[
                               
                                      
                                    <img src="/images/kunde/schlafender_santa.gif" style="width: 189px; height: 116px;" />  <br /><br />

<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;">&nbsp;</p>



<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><b><span><o:p>&nbsp;</o:p></span></b><span>Der
Weihnachtsmann wurde von einem schlimmen Hexenschuss geplagt. Er konnte sich
vor Schmerzen kaum rühren. Besorgt eilten seine Elfen herbei und
beratschlagten, wie die Kinder auf Erden zu ihren Geschenken kommen sollten.
Der Weihnachtsmann ließ seinen Nikolauslehrling zu sich rufen und sprach:
„Timmy, du bist all die Jahre brav in meine Nikolausschule gegangen und warst
der Fleißigste von allen Schülern, doch nun ist die Zeit für deinen ersten
Einsatz gekommen. Vertrete mich würdig und achte besonders auf den
Weihnachtsgrabsch. Er wird versuchen dir das Leben schwer zu machen. Er liebt
Geschenke über alles und stibitzt sie, wo immer er eine Gelegenheit findet.
Also, sei stets auf der Hut vor ihm.<o:p /></span></p>



<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><o:p>&nbsp;</o:p><br /></span></p><p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span>„Ach,
da mache dir mal keine Sorgen, lieber Weihnachtsmann“, antwortete Timmy mit
roten Wangen und hinkte sorglos ab. „Du hast mir ja alles beigebracht, was soll
da schief gehen?“<o:p /></span></p>



<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><o:p>&nbsp;</o:p><br /></span></p><p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span>In
der Zwischenzeit hatten alle Elfen emsig den Weihnachtsschlitten beladen und
versorgten die Rentiere mit frischem Futter und Wasser.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><br /></span></p><p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span>Timmy
verabschiedete sich vom Weihnachtsmann und wünschte ihm gute Besserung. Er
versprach, gleich nach seinem letzten Einsatz zum Nordpol zurückzukehren. Der
Weihnachtsmann überreichte Timmy feierlich ein rotes Samtsäckchen mit
Zauberstaub und ermahnte ihn noch einmal, es nur im Notfall zu benutzen.<o:p /></span></p>



<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><br /></span></p><p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span>Etwas
Herzklopfen hatte Timmy schon; eigentlich hätte er dieses Jahr den
Weihnachtsmann begleiten sollen, doch nun kam dieser lästige Hexenschuss
dazwischen. „Irgendwie werde ich es packen“, tröstete sich Timmy, schließlich
lagen im Handschuhfach des Rentierschlittens ein Erste-Hilfe-Buch für Pannen,
Probleme und nicht zu vergessen, das himmlische Handy. Je näher die Zeit des
Abschieds nahte, desto aufgeregter wurde der Nikolauslehrling. War er wirklich
alt genug, dieses ehrenvolle Amt ganz allein zu übernehmen?<o:p /></span></p>



<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><br /></span></p><p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span>Am
Rentierschlitten warteten seine Elfeneltern auf ihn. Mutter Joy zog ein<span>&nbsp;</span>Spitzentaschentuch aus der Schürzentasche und
wischte sich die Tränen fort. Sie machte sich große Sorgen um ihren Sohn und
sagte noch einmal eindringlich: „Timmy, du darfst bei der Kälte nie den roten
Mantel ausziehen und achte darauf, dass du die Mütze immer aufhast. Bitte melde
dich zwischendurch, damit ich weiß, dass alles bei dir in Ordnung ist.“<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><br /></span></p><p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span>Auch
Vater Tobias nahm seinen Sohn noch einmal zum Abschied in den Arm und sagte:
„Mache deine Sache gut, Timmy. Wir sind alle mächtig stolz auf dich.“ Liebend
gerne hätte er seinen Sohn begleitet, doch in dem vollgeladenen Schlitten hätte
nicht einmal mehr eine Maus ein Plätzchen gefunden. <o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><br /></span></p><p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span>Timmy
nahm die Zügel der Rentiere fest in die Hand und rief laut: „Ho, ho, ho! Unsere
Reise kann beginnen. Auf geht´s, meine Freunde.“<o:p /></span></p>



<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><br /></span></p><p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span>Lautlos
hob der Schlitten ab, nur der helle, melodische Klang der Glöckchen war zu
hören. Während des Fluges nahm Timmy den langen Zettel vom Weihnachtsmann zur
Hand und kontrollierte nochmals, wo er seine Geschenke zuerst verteilen sollte.
Ganz deutlich stand dort geschrieben: „Fliege zuerst nach Rembrücken. Suche das
Haus der Familie Keller und liefere dort deine Päckchen ab.“<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><br /></span></p><p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span>„Nichts
einfacher als das“, dachte Timmy und landete vorsichtig mit dem
Rentierschlitten auf dem Dach. Zum Glück war das Feuer im Kamin erloschen und
er zwängte sich mit den Geschenken für Marc und Amanda durch den Schornstein.
Die Mutter hatte vor dem Zubettgehen für ihn ein Glas Milch und ein paar
Vanillekipferl hingestellt. Flink legte Timmy die Geschenke unter den
Weihnachtsbaum und steckte die Kekse für später ein. Immerhin hatte er ja noch
eine lange Fahrt vor sich. Als nächstes Ziel stand Görne auf seinem Zettel.<o:p /></span></p>



<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><br /></span></p><p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span>Hier
kam Timmy ordentlich ins Schwitzen, denn Dennis hatte eine sehr lange
Wunschliste an den Weihnachtsmann geschrieben. Da nicht alles in den großen
Sack passte, musste Timmy sich mehrmals durch den engen Schlot zwängen. „Ach,
wenn doch jedes Kind nur einen Wunsch frei hätte“, dachte er, „dann wäre alles
viel einfacher. Früher war das noch so, aber in der heutigen Zeit wurden die
Wünsche immer größer.“<o:p /></span></p>



<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><br /></span></p><p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span>Als
der Nikolauslehrling mit dem letzten Päckchen im Wohnzimmer landete, wunderte
er sich über ein komisches Geräusch. Hatte er etwa den kleinen Jungen geweckt?
Für einen Moment hielt er den Atem an. Alles blieb ruhig und nun wollte Timmy
schnell alles unter den Baum legen und wieder verschwinden, doch was war das?
Der Christbaum lag umgestürzt auf dem Fußboden und der große Jutesack war auch
nicht mehr da. Wollte ihm jemand einen Streich spielen? Suchend riss er alle
Schranktüren auf, warf einen Blick hinter die Couch und verschob die Sessel.
Das konnte nicht mit rechten Dingen zugehen. Plötzlich hörte Timmy Schritte und
versteckte sich in dem bemalten Bauernschrank.<o:p /></span></p>



<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><br /></span></p><p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span>Vom
Poltern wurde auch Dennis geweckt und er stand verschlafen in der
Wohnzimmertür. Er hoffte, dem Weihnachtsmann mit seinen Geschenken zu begegnen,
doch im Schein der Straßenlaterne bemerkte Dennis den umgekippten Baum. Mutig
tastete er sich zum Lichtschalter vor und entdeckte das Chaos. Sofort dachte er
an Einbrecher, die vielleicht seine Geschenke stehlen wollten und rief laut:
„Ist da jemand?“, doch nichts rührte sich. Auch er warf einen Blick unter die
Couch und öffnete alle Schranktüren. Plötzlich starrten ihn zwei weit
aufgerissene, blaue Augen an. <o:p /></span></p>



<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><br /></span></p><p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span>„Psssst,
bitte nicht schreien! Ich bin der Nikolauslehrling, Timmy. Der Weihnachtsmann
ist krank geworden und er hat mich gebeten, den braven Kindern die Geschenke zu
bringen, doch irgendwie hat dein Geschenksack Beine bekommen und ist
davongelaufen. Ich habe schon alles abgesucht, doch ich konnte ihn nicht
finden.“<o:p /></span></p>



<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><br /></span></p><p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span>Dennis
stampfte wütend mit dem Fuß auf den Boden. „So ein Mist!“, schimpfte er.
„Überlege doch einmal, wo du den Sack abgestellt hast.“<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><br /></span></p><p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span>„Genau
hier vor dem Tannenbaum und als ich nur ganz kurz deine anderen Pakete holen
wollte, war er wie vom Erdboden verschluckt.“<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><br /></span></p><p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span>Timmy
stellte den Weihnachtsbaum wieder auf, als plötzlich ein frischer Wind die
Terrassentür aufdrückte. „Sage mal Dennis, lasst ihr immer die Tür zum Garten
offen?“, fragte er den blonden Jungen.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><br /></span></p><p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span>„Nein!
Nie! Wieso? Du hast sicherlich selbst vergessen sie zu schließen?“<o:p /></span></p>



<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span>Timmy
schüttelte seinen Kopf und antwortete. „Natürlich nicht! Ich bin ein guter
Nikolauslehrling und weiß genau, wie man in die Häuser der Kinder kommt. Wir
fragen mal die Rentiere, ob sie etwas gesehen haben.“<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><br /></span></p><p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span>Dennis
zog sich schnell seinen Schneeanzug über den Pyjama und folgte Timmy nach
draußen.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><br /></span></p><p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span>„Blixen,
habt ihr jemanden beobachtet, der aus dem Haus mit einem dicken, schweren
Geschenksack kam?“, fragte Timmy aufgeregt. Die Rentiere nickten und erzählten
ihm, dass ein graugekleidetes Männchen schwer beladen aus dem Gartentor in die
Dunkelheit huschte. Er hatte es sehr eilig und schnaufte vor sich her.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><br /></span></p><p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span>„Und
was machen wir nun?“, fragte Dennis gespannt. „Ich möchte doch gerne meine
Geschenke haben.“<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><br /></span></p><p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span>Timmy
griff zum Handy und rief den Weihnachtsmann an. Er erzählte alles genau und
brauchte nun den Rat des weisen Mannes. Dieser erkundigte sich sofort, ob die
Rentiere jemanden gesehen hatten. „Ja“, berichtete Timmy weiter. „Grau
gekleidet war er und schleppte einen schweren Sack auf dem Buckel.“<o:p /></span></p>



<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><br /></span></p><p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span>Der
Weihnachtsmann brummte nachdenklich am anderen Ende. „Das hört sich ganz nach
dem Werk vom Räuber Grabsch an. Man weiß nie so genau, wo dieser Halunke sich
herumtreibt. Hast du genug Platz in deinem Schlitten, damit du Dennis als
Verstärkung mitnehmen kannst? Zuerst suchst du alle alleinstehenden Häuser in
der Umgebung ab und wenn du ihn dort nicht finden kannst, dann suche weiter im
Wald. Meistens kommt er nicht weit mit seiner schweren Beute. Viel Glück!“ Dann
rauschte es und die Verbindung wurde unterbrochen.<o:p /></span></p>



<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><br /></span></p><p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span>Die
beiden Jungen saßen auf dem Rentierschlitten und lauschten in die dunkle Nacht
hinein. „Dort! Siehst du den langen Schatten am Ende des Feldweges?“, flüsterte
Dennis aufgeregt. „Meinst du, das könnte der Weihnachtsdieb sein?“<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><br /></span></p><p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span>Timmy
zuckte mit den Schultern. „Ich weiß nicht, denn ich habe ihn noch nie gesehen.
Los, wir schleichen uns beide von hinten an und beobachten, wohin er geht. Wenn
wir sicher sind, dann schlagen wir zu.“<o:p /></span></p>



<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><br /></span></p><p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span>Diese
dunkle Gestalt lief in den dunklen Wald hinein, bis er plötzlich vor einem
Strauch stehen blieb, ihn zur Seite schob und in einer Felsspalte verschwand.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><br /></span></p><p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span>Mit
genügend Abstand folgten die beiden der unheimlichen Gestalt. Sie
entdeckten<span>&nbsp;</span>in der Felsspalte einen
langen, schmalen Gang, der schnurstracks zu dem Raum führte, in dem die ganzen
Weihnachtspäckchen lagerten. Der Alte war gerade dabei eines der Geschenke zu
öffnen. Dennis zitterte vor Wut am ganzen Körper. Er konnte nicht länger an
sich halten und schrie empört: „Das gehört mir! Gib es mir sofort zurück.<span>&nbsp;</span>Das habe ich mir vom Weihnachtsmann
gewünscht!“<o:p /></span></p>



<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><br /></span></p><p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span>Die
schwarzen Augen des Mannes rollten grimmig hin und her. „Was sprichst du da, du
kleiner Wicht? Ich helfe nur dem Weihnachtsmann, damit er nicht so viele
Geschenke austragen muss. Du bist doch auch nur so ein wunschfreudiges Kind,
das nie zufrieden ist und immer noch mehr besitzen will. Es dauert nicht lange
und dann landet es in der Ecke, wie deine restlichen Sachen.“<o:p /></span></p>



<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><br /></span></p><p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span>Der
Nikolauslehrling fasste sich ein Herz. „Mag sein, dass du Recht hast, Grabsch.
Die Wünsche der Kinder werden von Jahr zu Jahr mehr, aber auf alle Fälle bist
du kein Weihnachtsmanngehilfe und nun rücke alle Geschenke sofort heraus.“<o:p /></span></p>



<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><br /></span></p><p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span>Grabsch
griff nach der eisernen Kette, die neben ihm auf dem feuchten Boden lag und
wollte die beiden Jungen damit fesseln, doch Timmy erinnerte sich noch
rechtzeitig an das Zauberpulver und blies es dem Räuber ins Gesicht. Langsam
wurde das Männlein immer kleiner, bis nur noch ein winziges Häufchen Asche von
ihm übrig blieb. <o:p /></span></p>



<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><br /></span></p><p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span>Dennis
sah Timmy erstaunt an. „Wow, das hast du echt cool gemacht“, lobte er ihn
bewundernd. „Dann können wir jetzt meine Geschenke nehmen und zu meinem Haus
zurückkehren“, meinte er erleichtert und schnappte sich zwei Päckchen.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><br /></span></p><p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span>„Und
was wird aus den restlichen Sachen?“, erkundigte sich Timmy bei seinem
Begleiter.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><br /></span></p><p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span>„Ach,
das sind doch nur Geschenke, die Grabsch dem Weihnachtsmann letztes Jahr
gestohlen hatte.“<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><br /></span></p><p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span>„Weißt
du eigentlich, wie viele Kinder furchtbar traurig waren, weil die Bescherung
ausfiel? Das hätte dir jetzt auch blühen können“, gab Timmy zu bedenken.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><br /></span></p><p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span>Dennis
überlegte einen Moment und fuhr fort: „Meinst du nicht, dass einige Kinder in
der Zwischenzeit viel zu groß für das Spielzeug geworden sind und außerdem
wissen wir überhaupt nicht, ob die Geschenke für Jungen oder Mädchen bestimmt
waren.“<o:p /></span></p>



<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><br /></span></p><p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span>Timmy
lief Dennis schweigend hinterher und dachte nach. Da war schon etwas dran, was
Dennis sagte und er hatte auch nicht die Wunschzettel der Kinder vom letzten
Jahr dabei. Nun bekam Timmy ein ganz schlechtes Gewissen, denn er hatte sich
viel zu lange in Görne aufgehalten. Die Zeit rannte davon, um noch pünktlich
alle Geschenke zum Fest auszuliefern. Alleine war das fast unmöglich. Sollte er
noch einmal beim Weihnachtsmann anrufen und um Hilfe bitten? Nein, diese Blöße
wollte er sich nicht geben.<o:p /></span></p>



<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><br /></span></p><p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span>Am
Haus angekommen, verabschiedete sich Dennis von seinem neuen Freund und
bedankte sich für die schönen Weihnachtsgeschenke. Langsam wurden die Rentiere
unruhig und mahnten zur Weiterfahrt.<o:p /></span></p>



<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><br /></span></p><p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span>„Weißt
du was, Timmy, du hast mir geholfen meine Spielsachen wiederzubekommen und nun
möchte ich dir behilflich sein, damit noch alle Geschenke rechtzeitig bei den
Kindern eintreffen. Zu zweit schaffen wir das leicht.“<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><br /></span></p><p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span>Gerne
nahm Timmy das großzügige Angebot an und der Rentierschlitten erhob sich
geschwind in die Lüfte zum nächsten Ort. <o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><br /></span></p><p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span>Die
Jungen waren so fleißig, dass sie kurz vor Morgengrauen wieder vor der Höhle
vom Räuber Grabsch landeten. Jetzt wussten sie auch, was sie mit den
gestohlenen Geschenken machen sollten. Flink beluden sie den leeren Schlitten.
Sie flogen zu jedem Kinderheim und Waisenhaus und stellten einige Geschenksäcke
vor der Tür ab. <o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><br /></span></p><p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span>Am
Nordpol beobachtete der Weihnachtsmann in seiner Zauberglaskugel seine emsigen
Helfer und er<span>&nbsp;</span>freute sich mächtig über
die beiden gescheiten Jungen.<o:p /></span></p>



<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><br /></span></p><p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span>Auf
dem Rückweg setzte Timmy noch schnell seinen neuen Freund vor der Haustür ab und
verabschiedete sich von ihm.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><br /></span></p><p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span>„Ich
habe mir unterwegs etwas überlegt“, meinte Dennis, „so ein Weihnachtsmannjob
ist doch recht anstrengend. Darf ich dich nächstes Jahr wieder begleiten? Ich
werde mir bestimmt nicht so viel wünschen, damit wir mehr Zeit füreinander
haben.“<o:p /></span></p>



<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><br /></span></p><p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span>Timmy
lächelte zufrieden und antwortete: „Von mir aus gerne, aber ich muss erst
einmal den Weihnachtsmann fragen.“ <o:p /></span></p>



<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><br /></span></p><p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span>Plötzlich
dachte Timmy wieder an seine Eltern und er bekam Sehnsucht nach ihnen. Wie der
Sausewind flog er mit dem Rentierschlitten zurück zum Nordpol. Dort wurde er
wie ein Held gefeiert, denn alle waren glücklich, dass Grabsch nicht mehr sein
Unwesen treiben konnte.</span></p><p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;">(c) Marena Stumpf<br /><span><o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><o:p>&nbsp;</o:p></span></p>

<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span><o:p>&nbsp;</o:p></span></p>

<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><br /><span><b><o:p /></b></span></p><span><o:p /></span> <br />
]]></description>
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			</item>
			<item>
				<title>Geschenk von Brigitte</title>
				<link>http://www.marenas-musenstuebchen.de/index.php?id=74</link>
				<pubDate>Wed, 26 Nov 2008  21:39:00  +0100</pubDate>
				<category>Weihnachtsstübchen</category>		
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				<description><![CDATA[<img src="/images/kunde/Weihnachtsbilder/weihnachtsbild5_marena.bmp" /><br /><br />Liebe Brigitte, herzlichen Dank für dein schönes Geschenk. Das hast du ganz ausgezeichnet hinbekommen.<br />
]]></description>
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				<title>Eine ungewoehnliche Reise</title>
				<link>http://www.marenas-musenstuebchen.de/index.php?id=70</link>
				<pubDate>Mon, 16 Jun 2008  21:53:00  +0100</pubDate>
				<category>no categorie</category>		
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				<description><![CDATA[



<p style="line-height: 150%;" class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">Ich hatte vom Landleben
endgültig die Nase voll. Ständig dieser elende Mief, der aus dem Kuhstall kam
und die würzige Waldluft verpestete.<span>&nbsp;</span>Nein, ich hatte von diesem Ort die Faxen dicke! Mich zog es in die weite
Welt hinaus und ich wollte es mir mal richtig gut gehen lassen.</span></p><p style="line-height: 150%;" class="MsoNormal"><br /><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;"><o:p /></span></p>

<p style="line-height: 150%;" class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">Ohne lange zu überlegen flog
ich drei Stunden am Stück. Wohin die Reise gehen sollte, wusste ich selbst noch
nicht so genau. An einem Rastplatz, der an einem See gelegen war,<span>&nbsp;</span>legte ich eine Pause ein. Plötzlich bemerkte
ich, dass mich riesiger Hunger plagte. Ich ließ mich an einem noch nicht
abgeräumten Tisch nieder und bediente mich an den Resten eines Fleischklopses
und etwas angetrocknetem Brot. Zum Glück stand noch etwas Wasser in einem Glas,
mit dem ich meinen Durst löschen konnte. Ich verweilte ein bisschen und sah
einer großen Fontäne zu, die <span>&nbsp;</span>im hohen
Bogen Wasser in den strahlendblauen Himmel schoss. Die Wassertröpfchen schillerten
fantastisch in allen Regenbogenfarben, bevor sie wieder im See versanken.<o:p /></span></p>

<p style="line-height: 150%;" class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;"><br /></span></p><p style="line-height: 150%;" class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">Neugierig auf diesen schönen
Ort trieb es mich weiter. Mein Augenmerk fiel auf einen Wasserfall, der
kraftvoll von einer Mauer in einen felsendurchsetzten Bach hinabstürzte. Einige
Enten hockten am Rand und genossen dieses nimmer endende Szenario. <o:p /></span></p>

<p style="line-height: 150%;" class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;"><br /></span></p><p style="line-height: 150%;" class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">Nach diesem köstlichen Mahl
bemerkte ich erst, wie erschöpft ich von der langen Reise war und ich sah mich
nach einem ruhigen Plätzchen um, an dem ich ein ausgiebiges Nickerchen halten konnte.
Mit letzter Kraft krabbelte ich den Trampelpfad am See entlang, der<span>&nbsp;</span>zu einer einsam gelegenen Wassermühle führte.
Es war dort ganz still, nur das Summen der Bienen auf der Wiese war zu
vernehmen. Emsig flogen sie an jede zarte gelbe Blüte der Sumpfdotterblumen und
sogen genüsslich deren Nektar auf. So langsam fielen mir meine großen schwarzen
Augen zu. Erst das Schnattern der braunen Entenküken weckte mich wieder auf.<o:p /></span></p>

<p style="line-height: 150%;" class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;"><br /></span></p><p style="line-height: 150%;" class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">Es war immer noch sehr warm
und ich überlegte mir, wie ich es anstellen konnte, ein schönes Zuhause für
mich zu finden. Natürlich sollten meine Mitbewohner nett und ordentlich sein.
Eine Weile setzte ich mich auf eine Bank und beobachtete heimlich die Gäste des
Cafés. Sie schleckten Eis oder genossen ihren Kaffee und Kuchen. Eines war klar:
Zu einer Familie mit Kindern wollte ich nicht, denn diese quälten oftmals Tiere.<o:p /></span></p>

<p style="line-height: 150%;" class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;"><br /></span></p><p style="line-height: 150%;" class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">Mir fiel eine blonde Dame
auf. Sie bemerkte mich nicht und so hatte ich leichtes Spiel mit ihr.
Irgendwann stand sie vom Tisch auf und verschwand in einem Häuschen, das sich
neben dem Café befand. Ich folgte ihr unauffällig. Zu meiner großen
Überraschung hob sie ihren Rock und hockte sich auf eine Schüssel. Etwas
klapperte unter ihr. Als sie fertig war, erhob sie sich, drückte auf einen
Knopf, der auch prompt einen tosenden Wasserschwall auslöste. Ordentlich
richtete sie ihre Kleidung und verließ den kleinen Raum. Anschließend wusch sie
sich die Hände, schaute in den Spiegel und zog ihre Lippen kirschrot nach. Ach,
sie sah einfach umwerfend aus. Ich wusste sofort, diese war es und keine
andere. Ich folgte ihr ins Auto und setzte mich ganz still auf den Rücksitz.<o:p /></span></p>

<p style="line-height: 150%;" class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;"><br /></span></p><p style="line-height: 150%;" class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">Wir waren schon eine ganze
Weile unterwegs, als sie in einen holprigen Schotterweg einbog und danach eine
kleine Holzbrücke überquerte. Vor uns lag ein herrliches Anwesen.<span>&nbsp;</span>Die Frau parkte neben dem rot-weißen Haus und
stieg aus. Ich bemerkte <span>&nbsp;</span>im Garten sofort
den betörenden Duft der blühenden Pflanzen.<o:p /></span></p>

<p style="line-height: 150%;" class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;"><br /></span></p><p style="line-height: 150%;" class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">Während eines unbeobachteten
Moments nützte ich die Gelegenheit und folgte ihr ins Haus. Ach, wie gut es
hier roch, die sonnendurchflutete Küche ging gleich ins Wohnzimmer über und ich
musste nicht befürchten, dass mir jemand die Tür vor den Kopf knallte oder mich
womöglich aussperrte. Mir war klar: Ich<span>&nbsp;</span>hatte das große Los gezogen!<o:p /></span></p>

<p style="line-height: 150%;" class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;"><br /></span></p><p style="line-height: 150%;" class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">Es war schon recht spät und
mein Magen meldete sich. Das blonde <span>&nbsp;</span>Wesen summte<span>&nbsp;</span>eine liebliche Melodie in der Küche und bereitete das Abendbrot vor. Sie
war gerade dabei das Hackfleisch in einer Schüssel durchzukneten. Das war meine
Lieblingsspeise und nun hielt mich nichts mehr zurück. Alle meinerseits
getroffenen Vorsichtsmaßnahmen warf ich über den Haufen.<o:p /></span></p>

<p style="line-height: 150%;" class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;"><br /></span></p><p style="line-height: 150%;" class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">Just in diesem Moment drehte
sich die Frau um und holte etwas aus dem Kühlschrank. Ich stürzte mich gierig <span>&nbsp;</span>auf den Fleischklops und knabberte daran. Kurz
darauf traf mich ein gewaltiger Schlag von oben und bei mir gingen die Lichter
aus.<o:p /></span></p>

<p style="line-height: 150%;" class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;"><br /></span></p><p style="line-height: 150%;" class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">Mit zwei gebrochenen Flügeln
und einem geknickten Bein fand ich mich im Blumenbeet wieder. Schmerzgeplagt
hinkte ich durch die Gegend. Am Seerosenteich entdeckte mich ein alter Kumpel
und rief mir gehässig zu: „Nein, wen sehen meine entzündeten Augen? Da ist ja
mein alter Freund, Puck, die Scheißhausfliege! War wohl nichts mit einem
besseren Leben! Was?“<o:p /></span></p>

<p style="line-height: 150%;" class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;"><br /></span></p><p style="line-height: 150%;" class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">Auch ihn hatte das gleiche
Schicksal ereilt. Gemeinsam saßen wir am Ufer und warteten darauf von einem
Frosch erlöst zu werden.</span></p><br /><p style="line-height: 150%;" class="MsoNormal">(c) Marena Stumpf<br /></p><p style="line-height: 150%;" class="MsoNormal"><br /><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;"><o:p /></span></p>

<p style="line-height: 150%;" class="MsoNormal"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;"><o:p>&nbsp;</o:p></span></p>


]]></description>
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			</item>
			<item>
				<title>Die Wunderperle</title>
				<link>http://www.marenas-musenstuebchen.de/index.php?id=69</link>
				<pubDate>Wed, 09 Apr 2008  19:53:19  +0100</pubDate>
				<category>no categorie</category>		
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				<description><![CDATA[



<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;"><img src="/images/kunde/Die_Wunschperle.JPG" /><br /></span></p><p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">Nach Schulschluss rannte Martina hinunter zum Strand. Dort hielt
sie sich am liebsten auf.<span>&nbsp;</span>Bei jeder
herannahenden Welle sprang die Achtjährige vor Begeisterung in die Höhe und
jubelte. <span>&nbsp;</span>Sie beobachtete die
kreischenden Möwen über sich, wie sie durch die Luft segelten und nach Futter suchten.
„Ach, warum kann ich nicht sein wie Jonathan, die Möwe?“, dachte sie. „Der
musste auch nicht in die Schule gehen und war klug. Hätte ich doch nur eine
nette Lehrerin, die mich auch manchmal<span>&nbsp;</span>lobt und nicht ständig mit mir herummeckert. So macht Lernen doch überhaupt
keinen Spaß.“<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">Gedankenversunken ging Martina weiter und bemerkte die nächste heran
rollende Welle nicht, die sie von oben bis unten pitschnass spritzte. Sie
kicherte und ihr fiel <span>&nbsp;</span>die Geschichte vom
Herrscher aller Meere ein. „Oh, Neptun grollt in der Tiefe <span>&nbsp;</span>wieder mit seinen Untertanen“, flüsterte sie,
doch um Ihre Kleidung machte sie sich keine Sorgen, denn sie wusste, dass die
wärmenden Sonnenstrahlen ihre nassen Sachen in Windeseile trocknen würden.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">Die nächste Welle spülte zwei wunderschöne, geschlossene Muscheln
genau vor ihre Füße. Das Mädchen bückte sich, hob die geschlossenen Schalen auf
und freute sich über ihren Fund. Die Farben ähnelten einem kleinen Regenbogen.
So etwas Tolles hatte Martina noch nie gesehen. Plötzlich öffnete sich eine
Muschel direkt vor ihren Augen.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">„Habe keine Angst“, sprach ein zartes Stimmchen, „ich möchte mit
dir reden. Das Meer hat uns an Land gespült und wir müssen unbedingt ins Wasser
zurück, sonst sorgen sich unsere Eltern um uns. Kannst du uns dabei behilflich
sein? Hebe uns auf und werfe uns, so weit es geht, ins Meer zurück.“<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">Martina traute ihren Ohren nicht. Ja, gab es denn so etwas – eine
Muschel die sprechen konnte? Das Kind kniete sich vor die beiden Gehäuse und
betrachtete sie eingehend. „Spinne ich, oder kannst du wirklich reden?“, fragte
sie ungläubig.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">„Wir sind keine gewöhnlichen Muscheln. Plötzlich wurden wir erfasst
und aus dem Meer geschleudert. Wir möchten so gerne zu unserer Familie zurück.
Kannst du uns dabei behilflich sein?“<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">„Das will ich gerne machen“, antwortete Martina und hob die beiden
Schalen<span>&nbsp;</span>auf. Gerade als sie<span>&nbsp;</span>ausholte und die Hand zum Wurf ansetzte,
meldete sich die offene Muschel noch einmal. „Wir möchten uns für deine Hilfe
bedanken. Nehme diese kleine Perle aus meinem Gehäuse und du wirst drei Wünsche
frei haben. Reibe sie an einem Stückchen Stoff und sage deinen Wunsch. So wird
es geschehen. Aber überlege deine Wünsche gut, es darf nichts mit käuflichen
Dingen zu tun haben. Sonst schlägt es genau ins Gegenteil um.“<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">Martina tat, wie ihr geheißen war und warf die Muscheln im hohen
Bogen ins Meer. Sie blieb noch eine Weile stehen, um sicher zu sein, dass die
Muscheln nicht wieder an Land gespült wurden. Glücklich betrachtete sie ihren
kostbaren Schatz. Sie eilte nachhause und legte die Kostbarkeit in ihr kleines
rotes Samtkästchen.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">Abends im Bett dachte sie noch einmal über ihr Erlebnis nach.
Schnell sprang sie unter der Decke hervor, holte die Perle und legte sie unter ihr Kopfkissen. Bald darauf schlief sie ein. Aus der Ferne vernahm Martina leises
Meeresrauschen und plötzlich sah sie sich am Strand, inmitten lauter
schillernden Muscheln. Ein wunderschönes, blondes Wesen entstieg dem türkisfarbenem
Wasser, winkte ihr zu und sprach: „Ich möchte mich bei dir bedanken, dass du
meinen kleinen Lieblingen geholfen hast. Was quält dich so? Kann ich dir
behilflich sein?“<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">Unruhig bewegte Martina ihren Kopf hin und her. „Ich will in der
Schule nicht sitzenbleiben. Meine Eltern wären darüber ganz traurig und die
anderen Kinder in der Schule würden mich hänseln. Was kann ich nur machen?“,
schluchzte die Kleine.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">Die Wasserfee lächelte verständnisvoll. „Du musst viel üben und
deine Hausaufgaben machen, <span>&nbsp;</span>dann wirst du
auch gut in der Schule sein.“<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">„Das nehme ich mir ja jeden Tag vor, doch wenn die Sonne scheint, dann gehe ich viel lieber am Strand Muscheln sammeln. Das macht viel mehr
Spaß, als das langweilige Lernen.“<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">Natürlich wusste das Mädchen, dass es sich auf den Hosenboden
setzen musste, wenn es nicht die Klasse wiederholen wollte.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">„Ich mache dir einen Vorschlag“, sagte die Fee. „Du schaust jeden
Tag in deine Schulbücher und lernst ein bisschen. Abends legst du die Perle und
das Lehrbuch unter dein Kopfkissen. Wenn du am nächsten Morgen aufwachst, dann
wirst du alles, was für dich wichtig in der Schule ist, wissen.“<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">„Und das soll funktionieren?“, fragte das Mädchen ungläubig. <o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">„Für heute schlafe weiter, aber ab morgen fangen wir damit an.
Versprochen?“ Dann verschwand die schöne Gestalt wieder.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">Martina rollte sich im Bett unruhig hin und her. Sie wusste, dass
sie morgen eine Klassenarbeit schreiben würde und wie sollte es auch anders
sein, sie hatte dafür nicht geübt. Vor lauter Angst bekam sie Bauchschmerzen.
Was sollte sie nur machen? Dieser komische Traum ließ sie aufwachen. Plötzlich
wurde ihr ganz heiß und sie bekam Durst.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">Mit einer Taschenlampe schlich sie die knarrenden Stufen zur Küche
hinunter und holte sich etwas zu Trinken. Sie hörte ihren Vater im Schlafzimmer
schnarchen und ging ganz leise wieder in ihr Zimmer zurück. Sie schaltete die
kleine Nachttischlampe neben ihrem Bett ein, holte die Perle hervor und dachte
nach. Wenn alles wirklich stimmte, was die Fee sagte, dann brauchte sie nur in ihrem
Deutschbuch die drei Seiten lesen und es anschließend samt Perle unter dem
Kopfkissen verstauen. <span>&nbsp;</span>Das wollte sie sofort
versuchen und am nächsten Morgen würde sie hoffentlich eine eins im Diktat schreiben.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">Gespannt auf den neuen Tag ging Martina zur Schule. Gleich in der
ersten Stunde teilte die Lehrerin, Frau von Falkenvogel, die Diktathefte aus.
Dabei sah sie Martina<span>&nbsp;</span>eigenartig über
den Brillenrand an. Von ihr erwartete sie sowieso keine gute Note.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">Das Mädchen holte die Federtasche aus der Schulmappe und hielt in der<span>&nbsp;</span>linken Faust die Perle festumklammert.
Jetzt konnte ihr nichts mehr passieren.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">Die Lehrerin diktierte ganz ruhig und deutlich. Zwischendurch ging
sie durch die Reihen der Schulbänke und beobachtete die Schüler, damit auch
keiner abschrieb. Nachdenklich schaute Martina zur Decke und manchmal öffnete
sie ihre Hand, als ob dort die Antworten zu ihren Fragen verborgen waren.
Britta, ihre Schulkameradin, warf zwischendurch einen kurzen Blick zu ihr und
fragte sich, was für eine wundersame Verwandlung<span>&nbsp;</span>mit ihrer Freundin über Nacht geschehen war,
denn sie guckte überhaupt nicht<span>&nbsp;</span>rüber.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">„Nicht abschreiben, Britta“, mahnte die Lehrerin, die nicht
wollte, dass ihre Lieblingsschülerin eine schlechte Note bekam. Frau von
Falkenvogel ertappte Martina dabei, wie sie die Hand öffnete und nach der Perle
schaute.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">„Ach, hast du dir etwa einen Spickzettel in die Handfläche
geschrieben, damit du eine bessere Note bekommst?“, fragte sie argwöhnisch.
„Zeige mir sofort was du dort versteckst.“<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">Ertappt schüttelte Martina ihren hochroten Kopf. „Nein, ich habe
nichts in meine Hand geschrieben!“, beteuerte sie.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">„Dann hast du auch nichts zu befürchten und kannst mir deine Hand
zeigen. Also los! Mach schon …“, beharrte die Lehrerin.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">Vor Wut, dass man ihr nicht glaubte, stiegen bei Martina die
Tränen auf. Frau von Falkenvogel <span>&nbsp;</span>öffnete
die Hand der Schülerin gewaltsam. „Ach nein, du weißt doch, dass während der
Stunde jeglicher Art von Spielzeuge verboten sind.“<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">„Das ist meine Wunschperle!“, rief Martina beherzt und biss sich
gleich auf die Lippe um sich nicht noch mehr zu verplappern.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">„Dann hättest du besser üben sollen!“ Frau von Falkenvogel
bewunderte die schimmernde Perle und nahm sie Martina aus der Hand. Sie rieb die
glitzernde Kugel an der Manschette ihrer Bluse und sagte: „Dann wünsche ich mir
jetzt, dass du eine genauso gute Schülerin wirst, wie deine Nachbarin, Britta! Dann
hast du auch nichts zu befürchten!“ Danach steckte sie die Perle in ihre
Hosentasche.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">Martina war sehr traurig. Aus der Ferne hörte sie die Stimme der
Lehrerin und ihre Hand schrieb wie von Geisterhand geführt weiter. Beim
Einsammeln der Diktathefte warf Frau von Falkkenvorgel ihrer Schülerin einen bösen
Blick zu.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">Seitdem die Lehrerin im Besitz dieser wundersamen Perle war,
fühlte sie sich voller Energie und zufrieden. Dieses Gefühl wollte sie noch
einen Tag auskosten. Am Nachmittag korrigierte sie zuhause die Diktate der
Kinder.<span>&nbsp;</span>Zu ihrer großen Überraschung
hatten Britta und Martina den gleichen Fehler. Beide schrieben: Die
Geschpenster spukten im Schloss. Ihr war sofort klar, dass Martina von Britta
abgeschrieben haben musste. Es war unmöglich, dass ein Kind so schnell
dazulernen konnte. Ihr fiel wieder die Perle in ihrer Hosentasche ein. Die
Lehrerin bewunderte diese und fragte sich, ob es eine Echte- oder Zuchtperle
war. So genau kannte sie sich auch nicht aus, zumal das Kügelchen zu schillern
begann.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">Sie kochte sich einen Tee, setzte sich wieder an den Schreibtisch
und schaute die perlmuttfarbende Kugel an. Dann sagte sie: „Na, dann zeige mir
mal ob du wirklich zaubern kannst. Ich wünsche mir einen Mann, dem ich alle meine
Sorgen erzählen kann.“<span>&nbsp;</span>Dabei polierte sie
die Perle am Revers ihrer Strickjacke. Anschließend packte sie für den nächsten
Schultag ihre Aktentasche.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">Eine Stunde später klingelte es an der Wohnungstür der Lehrerin.
Ein junger Mann verbeugte sich vor ihr und stellte sich vor. „Mein Name ist
Robert Jung. Ich bin vor einem Monat hier eingezogen und habe nun ein kleines
Problem. Ich muss dringend eine Dienstreise antreten und wollte Sie fragen, ob
Sie meinen Kater Mäxchen füttern könnten. Es wäre ganz toll, wenn Sie auch
meine Blumen gießen würden und wenn es Ihnen nicht zu viel wird, bitte auch
meine Post aus dem Kasten nehmen.“ <o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">Frau von Falkenvogel war von Herrn Jung sehr angetan. Er sah gut
aus und schien auch gute Manieren zu besitzen. „Ja, gerne“, antwortete sie
freudig, „darf ich mir Ihr Mäxchen ansehen, dann weiß ich, ob wir beide
miteinander klarkommen.“<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">Herr Jung willigte ein und nahm sie mit hoch in die Wohnung.<span>&nbsp;</span>Der schwarz-weiße Kater kam ganz zutraulich
auf sie zugerannt<span>&nbsp;</span>und beschnupperte sie
neugierig..<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">„Wir könnten doch gleich du zueinander sagen, wenn mein Kater Sie
auf Anhieb mag“, meinte Robert und lud sie auf eine Tasse Kaffee ein. Noch
lange saßen Julia und Robert gemütlich beieinander und verabredeten sich nach
seiner Rückkehr zum Essen.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">Julia fühlte sich verzaubert und fragte sich, ob dieses Treffen
irgendwie mit ihrem Wunsch zusammenhing. Schon lange hatte sie nach einem
geeigneten Partner gesucht.<span>&nbsp;</span>War das alles
nur ein Zufall? Kaum war sie zurück in ihrer Wohnung, griff sie abermals nach der Perle
und wünschte sich viel Geld und ein neues Auto.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">Am nächsten Morgen machte sie sich auf den Weg zur Schule, mit
ihrem alten Audi. Gleich an der ersten Straßenkreuzung fuhr ihr jemand in die
Seite. Genervt stieg sie aus und brüllte den Mann an. „Haben Sie keine Augen im
Kopf? Warum passen Sie nicht auf? Sie haben wohl ihren Führerschein aus dem
Kaugummiautomaten gezogen. Was?““ Doch der Fahrer behauptete Stein und Bein,
dass sie bei rot über die Ampel gefahren sei. Sogar der Fahrzeughalter, der
hinter ihr fuhr, behauptete dieses auch. Schnell wurde ein Unfallprotokoll
aufgenommen und sie begab sich danach zur Arbeit.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;"><span>&nbsp;</span>Martina erwartete sie
bereits und forderte ihre Perle zurück. „Die habe ich heute <span>&nbsp;</span>nicht dabei“, log die Lehrerin gereizt und
verteilte die Diktathefte.<span>&nbsp;</span>Sie
überreichte Martina das Heft mit dem Kommentar: „Da hast du richtig gut von
Britta abgeschrieben. Ihr habt beide den gleichen Fehler gemacht. Am liebsten
hätte ich dir dafür eine fünf gegeben. Aber lassen wir das …“<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">Empört rief Martina: „Sehen Sie, lernen bringt doch nichts. Sie
glauben mir nicht einmal, wenn ich geübt habe.<span>&nbsp;</span>Sie waren doch gestern diejenige, die sich von meiner Perle gewünscht
hat, dass ich so gut wie Britta sein soll. Nun bin ich es und Sie sind immer
noch nicht zufrieden. Außerdem gehört die Wunschperle mir und nicht Ihnen!“ <o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">„Das ist ja interessant, vielleicht erzählst du uns noch ein
bisschen mehr von dieser Zauberperle“, bohrte die Lehrerin neugierig weiter.
Das Mädchen fühlte sich ertappt und schwieg. Sie fand das Benehmen der Lehrerin
unmöglich. Schließlich war es ihr Schatz und nun wollte diese Frau ihr die
Perle stehlen. In der großen Pause verließ Martina den Schulhof und rannte
weinend zum Strand.<span>&nbsp;</span>Außer Atem rief sie
nach der Wasserfee, die auch gleich zur Stelle war.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">„Was ist dein Begehr, liebes Mädchen?“, erkundigte sie sich
besorgt.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">Martina schniefte und wischte sich die Tränen von den Wangen und
erzählte, dass ihr die Lehrerin gestern die Perle abgenommen hatte.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">„ich habe mich schon über deine seltsamen Wünsche gewundert. Nun
ist mir alles klar. Die Strafe hat deine Lehrerin heute Morgen bekommen. Sie
wünschte sich viel Geld und ein neues Auto. Ich sagte dir ja, es darf nichts
Materielles sein. Die Menschen sind von Natur aus habgierig. Sie wird immer
mehr für sich fordern und außerdem hat sie schon von mir drei Wünsche erfüllt
bekommen. Erst wenn sie erkennt, dass die Perle für sie wertlos geworden ist,
gibt sie dir dein Eigentum zurück. Lerne weiterhin fleißig für die Schule und
du wirst nichts zu befürchten haben.“ Die Fee winkte dem Mädchen zu und versank
wieder im Meer.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">Martina rannte zur Schule zurück und tat so, als ob nichts
geschehen war. Frau von Falkenvogel war über das Verhalten ihrer Schülerin sehr
verärgert und setzte sie zur Strafe in die letzte Reihe. <o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">Martina lernte weiterhin <span>&nbsp;</span>fleißig für die Schule und freute sich, wenn
sie mit guten Noten ihre Lehrerin ärgern konnte. Frau von Falkenvogel konnte
sich nicht erklären, warum die beiden Mädchen immer dieselben Fehler hatten,
obwohl sie nun weit auseinander saßen. Die Perle erfüllte ihr auch keine
Wünsche mehr und als sie am Ende des Schuljahres die Zeugnisse verteilte sagte
sie zu Martina: „Oh, ich habe da noch etwas für dich, ich glaube das gehört
dir!“, und legte ihr die Perle in die Hand.<o:p /></span></p>

<p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;"><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;">Seitdem liegt die Wunschperle wohlbehütet in Martinas rotem
Samtkästchen und wartet darauf, dass sie dem Mädchen drei Wünsche erfüllen
darf.</span></p><p class="MsoNormal" style="margin-bottom: 12pt; line-height: 150%;">(c) Marena Stumpf<br /><span style="font-size: 12pt; line-height: 150%;"><o:p /></span></p>


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